Bolbo

geboren am 03.2.2003, offizieller Wurftag 2.2.2006

Schon bei unsere ersten Überlegungen einen Do-Khyi in unsere Familie nehmen zu wollen, dachten wir lange darüber nach, ob es ein Welpe oder ein erwachsener Hund aus zweiter Hand werden sollte. Eher aus Zufall war es dann Chacko, der als erster Do-Khyi in unsere Familie kam.

Dennoch ließ uns der Gedanke nach einem Do-Khyi Welpen nicht los. Nachdem auch das Umfeld mit einem großen Haus  mit Garten geschaffen war, fingen wir an, uns intensiver mit diesem Gedanken auseinander zu setzen.

Im Sommer 2002 teilte uns Familie Modjesch auf einem Do-Khyi Spaziergang mit, dass sie vorhatten, ihre Hündin Demi im folgenden Herbst noch einmal decken zu lassen. Demi gefiel uns schon immer ausgesprochen gut und ihr Charakter sagte uns auch sehr zu. Die Verpaarung sollte eine Wiederholung von Demi`s ersten Wurf mit Dorje vom Fr. Richter Marco Polo`s King of Tibet sein. Sofort sagten wir zu, einen Hund aus dem Wurf haben zu wollen. Wir entschieden uns für einen Rüden, da Chacko mit allen Hunden egal ob Rüde oder Hündin gut klarkommt. Unserer Alten Dame Abeja wollten wir aber keine junge Zickenkönigin vor die Nase setzen. Unser Traum wäre ein roter Rüde gewesen oder auch ein grauer. Sollte gar kein Rüde im Wurf sein, wollten wir auch eine Hündin zu uns nehmen. Außerdem war es uns sehr wichtig, dass die Welpen mit Kindern aufwachsen, da wir ihm das noch nicht bieten konnten und dass wir den Kleinen regelmäßig besuchen durften. Familie Modjesch stimmte dem zu und wir warteten ungeduldig auf das Weitere.

Schon als der Wurf noch gar nicht "in Arbeit" war, wußten wir wie unser Junior hießen sollte: Bagyam Bolbo. Das ist Sherpa und bedeutet so viel wie der "glückliche Sanfte". Im Buddhismus ist man der Ansicht, dass sich ein Lebewesen nach dem Namen, den er bekommt, entwickelt. Sollte dem mal ausnahmsweise nicht so sein, kann man den Namen auch später noch ändern.

Als uns Familie Modjesch mitteilte, dass der "familieneigene" Rüde Kipu dem geplanten Deckakt mit Dorje einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, entschieden wir uns kurzfristig dafür, auch aus dieser Verpaarung einen Welpen zu wollen. Unbesehen der Tatsache, dass Kipu schwere HD hat und dass diese Welpen dann keine Papiere haben würden. Es war uns noch nie wichtig, ob ein Hund  einem beeindruckenden Stammbaum  aufweisen kann. Wichtig ist uns die Gesundheit eines Hundes und der Charakter.  

Am 2.2.2003 bekamen wir abends von Familie Modjesch den Anruf, dass die Geburt begonnen hatte. Es war auch zu diesem Zeitpunkt schon ein grauer Rüde geboren, aber der war schon vergeben an ein Paar, die unbedingt eine grauen Rüden wollten. Berit war unheimlich traurig und legte sich mit tränen in den Augen schlafen. Hubert dagegen meinte, es würde schon alles gut werden und unser Kleiner würde sich nur noch etwas Zeit lassen.

Dem war dann auch so. Am nächsten Tag bekamen wir den Anruf, dass morgens noch 2 Rüden das Licht der Welt erblickt hätten und wir konnten es natürlich kaum erwarten, die Kleinen besuchen zu dürfen.

Endlich, in der 4. Lebenswoche war es soweit. Als wir die Wohnung des Züchters betraten. war ein einziger Welpe wach, der uns an der Wurfkiste stehend begrüßte. Schicksal, dass es ein Rüde war? Hubert und ich sahen uns nur an und wußten, dass das Bolbo war. Er war damals so klein und zart, Hubert hatte richtiggehend Angst, ihn anzufassen.  

Es war wunderschön, die Kleinen zu sehen, zu streicheln, sich von ihnen in den Zeh beißen zu lassen, mit ihnen zu spielen. Wir brachten Spielzeug und Leckerlis mit und verknipsten Unmengen an Fotomaterial. Außerdem durften Abeja und Chacko 2 mal in den Hundeauslauf zu den Welpen - die beiden gingen wie auf rohen Eiern zwischen dem Wuselpack herum. 

Wir nahmen jede Woche einmal die Fahrt zum Züchter auf uns und wir sind dem Züchter sehr dankbar, dass wir 8 mal  bis zum Tag des Abholens in der zehnten Wochen für wenige Stunden am Aufwachsen der Kleinen teilnehmen durften. Diesen Zeitaufwand bringen sicherlich nicht alle Züchter für ihre Welpenkäufer auf.  

Es war uns wichtig, dass Bolbo in der  wichtigen Sozialisierungsphase zwischen der 8. und 12. Lebenswochen unbedingt Kontakt mit Kindern hatte, deshalb holten wir Bolbo erst in der 10. Lebenswoche, am Samstag, den 12.4.2003 zu uns. 

Da wir schon einmal kurz das Autofahren geübt hatten, hatte er keine Angst, nach wenigen anfänglichen Fiepsen schlief er ein und wachte die gesamte Autofahrt nicht mehr auf. 

Zuhause angekommen machte er sofort das Haus und den Garten unsicher, er zeigte keinerlei  Angst oder Unbehagen. Ebenso machte er sich "über Abeja und  Chacko her", die aber beide völlig unterschiedlich reagierten. Während Abeja den Junior sofort in die Schranken wies und ihre Individualdistanz einforderte, war Chacko von Beginn an der Spielpartner für Bolbo. 

Um den Kleinen das möglichst Beste mit auf den Weg zu geben, hatten wir beide uns ab dem Zeitpunkt der Abholung gesamt 2 Monate Urlaub genommen, den wir abwechselnd beim Kleinen verbrachten. Außerdem war ein "Sozialsierungs-Programm" angesetzt, bei dem wir Bolbo jeden Tag ein klein wenig von der Umwelt kennen lernen lassen wollten. So gingen wir in die Stadt, zu Pferden, Hunden, Schafen, Katzen etc. auf dem Land. Wir gingen Baden,  in`s Restaurant, Einkaufen,  zum Tierarzt, in den Biergarten, Gehegewild ansehen u.s.w., u.s.w., 

Eine Hundeschule hatten wir auch schon im Herbst davon ausgewählt, nach diversen Erkundigungen und Gesprächen mit mehr oder weniger kompetenten Hundetrainern. Die Gespräche verliefen so dermaßen unterschiedlich, da könnte man ein Buch darüber füllen.  Unsere Hundeschule wählten wir danach aus, dass uns die Trainerinnen sehr kompetent erscheinen aber vor allen auch sehr offen und wenig dogmatisch. Außerdem boten sie neben Hundeschule für die unterschiedlichen Altersgruppen auch separate Spielgruppen und Freizeitgruppen ohne Leistungsstreß an. 

Bolbo entwickelte sich einfach prächtig. In der Hundeschule landete er immer wieder einen Lacher, wenn die anderen Hunde panisch ihr hinter der Wand "verlorengegangenes" Frauchen suchten, Bolbo aber völlig gelassen erstmal die Gegend erkundete um sich dann an Frauchen hinter der Wand zu erinnern. Und obwohl Bolbo Sämtliche Übungen sofort kapierte und beherrschte, hatte er oftmals keine Lust, diese auch auszuführen  nach dem Motto : "ich kann das ja sowieso, gibt`s da nicht was anspruchsvolleres?". Die meisten Geräte beherrschte Bolbo sofort was uns dazu veranlaßte, ihm zu Hause einen Kletterpacours  aufzubauen. Einzig die  Hürden fand Bolbo  unter seiner Würde. Während  er aus dem Stand wie ein Geißbock hüpfen konnte, schubste er jede Hürde um und stieg dann drüber, gerade so als ob er angewidert sagen wollte "das ist Bordercollie Arbeit, habt ihr da nicht eine wahre Herausforderung?"

Bolbo ist der "schönste, beste, intelligenteste, prächtigste"  Do-Khyi Rüde des ganzen Universums. 

Als wir ihn aufwachsen sahen, entwickelte sich bei uns immer mehr der Wunsch, Welpen von ihm zu haben. Es war nicht so sehr das Aussehen, obwohl das natürlich prächtig ist, sondern vielmehr sein Charakter. Er ist wirklich der Sanftmütige geworden, wie ihm sein Name vorgegeben hat. Er kommt mit Rüden wunderbar klar und zieht sich lieber zurück, bevor er  sich provozieren läßt. Bei Auseinandersetzungen anderer stellt er sich mit Breitseite dazwischen und ist mit seiner Gelassenheit derjenige, der die Situation entspannt. Wenn allerdings jemand aus seinem Rudel bedroht oder angegriffen wird, ist er sofort zur Stelle und gibt dem Angreifer Kontra.  In der Regel läßt sich der Provokateur von Bolbo`s gelassener Präsenz in die Schranken weisen.   

Bolbo ist eine Bereicherung für unser Leben und unser Rudel. Sein unbändiger Charme, sein sanftes Wesen und seine buchstäbliche Gelassenheit aber auch seine Streiche machen uns ebenfalls zu "glücklichen und  sanft gestimmten" Wesen. 

Dafür danken wir dem Schicksal, dass bei unserem ersten Besuch beim Züchter genau dieser kleine graue Kerl wach war.    

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