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Einführung in die Genetik

Verpaarungssysteme

Erbfehler

Glossar

   

 

Erbfehler

Unter dem Begriff Erbfehler versteht man die Gesamtheit der erblichen Abweichungen und Störungen von der normalen phänotypischen Ausprägung eines Organismus. Erbfehler kann man unterteilen in 

  • Fehler als Abweichung vom Rassestandard ohne gesundheitlichen Beeinträchtigung, z.B. eine Fehlfahrbe
  • Erblich bedingte Mängel und Krankheitszustände mit Beeinträchtigung der Gesundheit auf der Basis genetisch Erberkrankungen, z.B. Epilepsie oder Erb-Umwelt-Erkranklungen, die auf einer genetisch bedingten Erkrankungsbereitschaft beruhen (Disposition)

Heute sind ca. 450 Erbkrankheiten beim Hund bekannt. 

Bei Erbkrankheiten unterscheidet man entweder nach dem Zeitpunkt des Auftretens folgende Erbfehler 

  • Pränatale (vorgeburtliche)
  • Perinatale (kurz vor, während oder kurz nach der Geburt auftretende)
  • Juvenile (in der Jugendphase auftretende)
  • adulte (im Erwachsenenalter nach der geschlechtsreife auftretende) 

oder man trifft die Unterscheidung nach der Sterblichkeit 

  • Letalfaktoren (tödliche Erbfehler)
  • Semiletalfaktoren (mehr als die Hälfte der betroffenen Hunde stirbt vor dem Erreichen der Geschlechtsreife)
  • Subvitalfaktoren (mehr als die Hälfte der betroffenen Hunde erreicht die Geschlechtsreife).

Nach Inge Hansen sollten "(...) alle genannte Faktoren, wenn sie bei einem Zuchttier oder dessen Nachwuchs auftreten, zu einem Zuchtausschluß mindestens beider Zuchtpartner und ggf. auch des Nachzuchtwurfes führen, da sonst todbringende Faktoren und Gene in der Rasse verbreitet werden." und weiter "Sind in einem Wurf mit acht Welpen zwei oder auch nur ein Welpe Krank, also mit dem phänotypischen (im Erscheinungsbild sichtbaren) Defekt betroffen, so wird der Defekt voraussichtlich durch ein rezessives Gen bedingt, das beide Elterntiere in heterozygoter (mischerbiger) Form, tragen. Beim Auftreten eines krank machenden Letal-, Semiletal-, oder Subvitalfaktors sollte aus zuchthygienischen Gründen überlegt werden, ob ein Zuchtausschluss der Elterntiere und der Geschwister sinnvoll, möglich und erforderlich ist." Quelle : Inge Hansen, "Vererbung beim Hund", Verlag Müller Rüschlikon

 
Hier eine rudimentäre Übersicht zu Erbkrankheiten und deren Erbgängen nach Inge Hansen, "Vererbung beim Hund", Verlag Müller Rüschlikon:
Krankheit  Art des Defektes  Erbgang lt. Literatur
Augenkrankheiten  
Entropium Einrollen des Augenlides unklar
Ektropium Auswärtsdrehung des Augenlides unklar
PRA - Progressive Retina Atropie Degeneration der Netzhaut autosomal-rezessiv, unklar
Rd - Retina Dysplasie Netzhautablösung autosomal-rezessiv
Linsenluxation Fehlstellung der Lise unklar
Hauterkrankungen  
Haarlosigkeit kein oder fast kein Haarkleid autosomal-dominant
Albinismus Fehlen von Pigment nicht bekannt
Merlefärbung Pigmentverlust nicht bekannt
Blaufärbung Pigmentverlust, Hautentzündungen etc.  nicht bekannt
Skeletterkranungen  
Brachyngnathia interferior Rückbiss autosomal-rezessiv 
Polydontie Zahnüberzahl polygen
Chondrodystrophie Zwergenwuchs autosomal-rezessiv
Discusprolaps Bandscheibenvorfall, Dackelähnme unklar
Patella Luxation Kniescheibenverrenkung evtl. polygen
Hüftgelenksdysplasie   polygen u. umweltbedingt
Knickrute   autosomal-rezessiv
Polydaktylie Wolfskrallen unklar
Weichteilerkrankungen  
Umbilikalherniken Nabelbruch autosomal-rezessiv
Diabetes Mellitus Zuckerkrankheit unklar
Lebershunt Adersteg in oder  vor der Leber unklar
Uris acid excreation Harnsäure wird nicht in Allantonin umgewandelt Harnsteinbildung unklar
Muskeldystrophie, Muskelatropie Eekrankung der Skelettmuskulatur als Folge einer Muskelrückbildung autosomal-rezessiv
Neurologische Erkrankungen  
idiopathische Epilepsie Anfallsleiden polygen, genetische Disposition, teilweise autosomal-rezessiv
Quadriplegie "Schwimmer Syndrom" autosomal-rezessiv
Blut- und Herz- Kreislauferkrankungen  
Ductus Arteriosus offenes Herz polygen mit Schwellenwert
zyklische Hämatopoese, zyklische Neutropenie, CCH grauer Collie Syndrom, kein Immunsystem gekoppelt mit grauer Fellfarbe autosomal-rezessiv
Hämophilie Bluterkrankheit x-Chromosom gebunden, rezessiv
Erkrankungen der Fortpflanzungsorgane  
Kryptochismus Nichtabsteigen einer oder beider Hoden Schwellenwert
Mammatumore Zitzentumor, Brustkrebs unklar evtl. Disposition
Tumore  
Atopie Allergie unklar, polygen mit Schwellenwert
Karzinome bösartige Tumore Disposition
Urolizhiasis Steinbildung (Niere, Blase) unklar, Disposition

 

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