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Gehirnerschütterung | |||
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HD-Hüftgelenkdysplasie |
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Die Hüfte
Das Hüftgelenk verbindet die Hüftgelenkspfanne (Azetabulum)
mit dem Oberschenkelkopf (Femurkopf). Das Azetabulum entsteht durch Verschmelzung von Teilen des Sitz-,
Darm- und Schambeins. Die Verschmelzung ist mit ca. 6 Monaten abgeschlossen. Bei idealen Voraussetzungen besteht eine Übereinstimmung zwischen Azetabulum und Femurkopf, d.h. der runde Femurkopf passt genau in das Azetabulum, das ihn weitgreifend einbettet und umschließt. Das Hüftgelenk ist als vielachsiges Kugelgelenk ausgebildet und dadurch in nahezu jede Richtung mehr oder weniger frei beweglich. Dies gewährleistet eine hohe Beweglichkeit und Belastbarkeit.
Die gelenkbildenden Anteile des Hüftgelenks sind von einer
bindegewebigen Kapsel umgeben, deren Innenschicht, die Synovia, ständig neue Gelenkflüssigkeit produziert. Eine ringförmige
Gelenklippe aus Knorpel bildet den Rand der knöchernen Pfanne. Zur Stabilisierung des Hüftgelenks dienen die umliegenden Bänder und
die Gelenkkapsel, Im Gegensatz zum Hüftkopf des ausgewachsenen Hundes ist der Hüftkopf des Welpen noch nicht verknöchert, sondern besteht aus weichem, formbarem Knorpel. Ebenso ist die Hüftgelenkspfanne, durch ihren weichen und knorpeligen Aufbau geprägt. Das Hüfgelenk variiert in seiner physiologischen Ausbildung zwischen den Rassen. So weisen z.B.
Boxer und Labrador Retriever flache Azetabuli auf im Gegensatz zu Bernhardinern mit sehr tiefen Azetabuli. Der Begriff „Dysplasie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Fehlbildung“ (gr.: dys =
schlecht, plasis = Form, Gebilde) Hüftgelenkdysplasie – HD: Definition Die Hüftgelenksdysplasie (alternative Bezeichnung: Hüftdysplasie; englisch: hip dysplasia,
developmental dysplasia of the hip, congenital dysplasia of the hip; Abkürzungen: CDH, DDH) ist eine Sammelbezeichnung für angeborene oder erworbene Fehlstellungen
und Störungen der Ossifikation (Verknöcherung) des Hüftgelenks. Jede
Abweichung in der Übereinstimmung von Azetabulum und Femurkopf wird als Inkongruenz bezeichnet. Die HD kommt
bei fast allen Hunderassen vor und ist die häufigste Erkrankung der Hüfte. Die HD wird
von verschiedenen Autoren unterschiedlich definiert. So beschreibt Loeffler die HD als eine erblich bedingte Fehlbildung des Hüftgelenks, bei der das Azetabulum und der Femurkopf in
ihrer Form nicht aufeinander abgestimmt sind. Der Gelenkschluss ist durch ein zu flaches Azetabulum und/oder einen zu kleinen/abgeflachten Femurkopf nicht gegeben („Kleintierpraxis
35“, Loeffler, 12/1990). Brass spricht
bei der Subluxation („lockere Hüfte“) von einer schlecht passende Artikulation des Hüftgelenkes, wobei der
Gelenkschluß zu locker ist, d.h. der Femurkopf sitzt nicht fest und straff genug im Azetabulum. Gründe hierfür sind z.B. zu schlaffe Bänder oder Gelenkkapseln („Kleintierpraxis
34“, Brass, 1989). Manche Autoren machen Muskelanomalien (vorrangig einen verkürzten Muskulus pectineus) verantwortlich. Hierdurch werde der an diesen Muskel
angeheftete Oberschenkelkopf permanent gegen die Pfannenwand aufgezogen, was wiederum zu den in Folge beschriebenen Folgeerscheinungen führen soll. Nach diesen beidem
Autoren ist die HD entwicklungsbedingt, multifaktoriell und genetisch beeinflusst. Diese Definition ist die heute gebräuchliche und genetisch - medizinisch fundierteste. Die HD ist nach dem
Abschluss des Skelettwachstums (bei mittelgroßen Rassen im Alter von ca. einem Jahr, beim Do Khyi mit ca. 3-4 Jahren) voll entwickelt. Danach treten im Laufe der Zeit als Folge der HD
sekundäre degenerative Veränderungen auf. Aufgrund von dauerhaften
Fehlbelastungen der Gelenkflächen stellt sich ein Schwund des Gelenkknorpels, sowie schmerzhafte Exostosen (abgegrenzte Zubildung von
kompakter Knochensubstanz) und Arthrosen (degenerative und funktionsbehindernde Gelenkveränderung) ein. Die knöchernen Veränderungen, die
man oftmals bei einer fortgeschrittenen HD auf dem Röntgenbild erkennen kann, sind also nicht Symptome der eigentlichen Erkrankung, sondern Folgeerscheinungen Die HD kann zu Verlagerungen des Femurkopfes im Azetabulum führen, was bis zur Luxation ("Auskugeln") des Femurkopfes führen kann.
Ursachen
Es wurde und wird intensiv
an einer umfassenden Klärung der Ursachen für die canine HD geforscht. Unumstritten ist die
genetische Basis dieser Erkrankung. Es wurde nachgewiesen, dass eine statistisch signifikante Korrelation zwischen dem Auftreten der HD bei Eltern und Nachkommen besteht. Man geht von
einem polygenetischen Erbgang aus, bei dem unterschiedliche Gene an der Ausprägung der HD beteiligt sind. Das Maß für die Heratibilität (Erblichkeit) der Eigenschaft HD variiert in
unterschiedlichen Untersuchungen sehr in ihrem Wert, da von der Untersuchungsmethode und der jeweils zugrunde liegenden Hundepopulation beeinflusst. Man geht aber davon aus, dass die
Heratibilität der HD 0,2 bis 0,7 beträgt, wobei Werte von 0,2 bis 0,4 eine mittlere und Werte über 0,4 eine hohe Heratibilität
bezeichnen. Neben den genetischen
Faktoren spielen auch umweltbedingte Einflüsse bei der phänotypischen Ausprägung der HD eine Rolle. Übermässige Beanspruchung
und unangemessene Bewegung (z.B. Turnierundesport) beim noch unreifem Skelett kann die Entstehung der Ausbildung der HD begünstigen. Ebenso sind eine übermäßige
und hochkalorige Fütterung sowie die Fehlernährung mit den Mineralstoffen Kalzium (Kalziumüberversorgung „Welpenkalk“) und Phosphor sowie ein inadäquates Verhältnis von Natrium
und Kalium zu Chlorid während der Wachstumsphase dysplasiefördernd. Einteilung
Die FCI und die Rassehundeverbände haben sich bis dato nicht auf eine einheitliche Bewertung der HD einigen können. Gebräuchlich sind die Klassifizierungen - HD
A, HD B, HD C, HD D, HD E -
HD frei, HD Übergang-Verdacht, HD-leicht, HD mittel, HD schwer -
Excellent, gut, durchschnittlich, Grenzfall, leichte, mittlere oder schwere HD (Klassifizierung der „Orthopedic
Foundation for Animals“ –OFA in Amerika) Bei den meisten Rassehundeverbänden bedeut HD E = HD schwer den uneingeschränkten Zuchtausschluss.
Viele Hunde können trotz HD jahrelang symptomfrei bleiben. Nach einer skandinavischen Statistik zeigen
nur etwa 20% der betroffenen Hunde Krankheitserscheinungen. Oftmals treten Krankheitssymptome erst in der zweiten Lebenshälfte des Hundes auf. Allerdings sind
ebenso Fälle von Junghunden mit ausgeprägten Symptomen bekannt. Anzeichen für eine HD können sein: - Verminderte
Aktivität - Schmerzen
sowohl bei aktiver als auch bei passiver Bewegung - Ermüdungserscheinungen
bis zur Lahmheit, Lahmheit nach körperlicher Anstrengung - häufiges
Hinlegen - mühevolles
Aufstehen - Unsicherheit
in der Hinterhand, - asymetrisches
Becken mit schwankendem Gang - Gehen
in kleinen Schritten mit angewinkelten Hinterbeinen - schwache
Muskulatur der Hinterhand - Atropie
(Muskelabbau) der Becken- und Oberschenkelmuskulatur, usw. Diagnostik
Um eine aussagekräftige Diagnose zu stellen ist das Röntgen der Hüfte unerlässlich.
Bei den meisten Rassen ist das Röntgen der Hüfte mit anschließender Auswertung des Röntgenbildes die
Vorraussetzung zur Zuchtzulassung. Manche Tierärzte empfehlen generell jeden Hund ab mittlerer Größe HD röntgen zu lassen, um Inkongruenzen oder deformierte Gelenksanteile zu
erkennen. Weitere zur Diagnostik der HD eingesetzte Methoden: - Bardenstest
(Tastuntersuchung im Liegen, Hund sediert) - Spreizmethode
(Spreizen des Oberschenkels in einem Winkel von 90 Grad zum Rücken des Hundes, Hund sediert) - Ortolanizeichen
(Nachweis der Instabilität des Hüftgelenkes, Hund sediert) -
PennHip-Methode (Messung der Lockerheit des Hüftgelenks, Hund sediert) - Methode
nach Eisenmenger (Tastuntersuchung im Stehen) Besonders beim Welpen und Junghund, dessen Skelettwachstum noch nicht abgeschlossen ist, kann eine phänotypische
HD mit diesen Methoden ohne Röntgen diagnostiziert werden. Eine korrekte Aussage zum Zustand der Hüfte bezüglich HD kann erst nach Abschluss des
Epiphysenwachstums gemacht werden. Aus diesem Grund fällt der Zeitpunkt der offiziellen HD-Röntgenaufnahme nie vor Beendigung des 12. bis 18. Lebensmonats.. Manche Gebrauchshundebesitzer lassen ihre Hunde im Alter von sieben bis neun Monaten „vorröntgen“
um eine Aussage darüber treffen zu können, ob der Beginn einer intensiven Ausbildung des Hundes aus tierärztlicher Sicht vertretbar ist, oder ob bereits entsprechende Veränderungen
der Hüftgelenke vorliegen. Dieses Vorröntgen ersetzt aber nicht das HD Röntgen beim ausgewachsenen Hund. Das Röntgenbild wird personalisiert mit Halterdaten, Name des Hundes, Chipnummer, Zuchtbuchtnummer, Tätowiernummer,
Datum der Aufnahme. Für die korrekte HD-Aufnahme wird der Hund sediert. Dies ist notwendig, um eine vollständige Entspannung der Muskulatur zu erreichen. Der Hund wird auf dem Rücken gelagert, wobei die Hinterläufe maximal gestreckt und gleichzeitig die Knie nach innen gedreht werden. Die Aufnahme muß absolut symmetrisch sein, außer den Hüftgelenken sowie den Darmbeinflügeln müssen die Kniegelenke und Kniescheiben vollständig im Bild zu sehen sein.
Manche Zuchtverbände fordern außerdem eine gebeugte Röntgenaufnahme, wobei beim in Rückenlage
befindlichen Hund die Sprung- und Kniegelenke gebeugt und die Fersen nach vorne gedrückt werden („Froschstellung“). Diese Aufnahme soll
eine genauere Beurteilung des Verhältnisses von Femurkopf zum Azetabulum ermöglichen.
Die Röntgenaufnahme muß von hoher Qualität mit großer Detailgenauigkeit sein. Die Auswertung des Röntgenbildes kann der Tierarzt vornehmen, ist aber bei Zuchtzulassungen für
Rassehunde in der Regel über eine neutrale Stelle vorzunehmen. Die Auswertung erfolgt in Deutschland normalerweise über die „Gesellschaft für Röntgendiagnostik genetisch
beeinflusster Gelenkerkrankungen bei Kleintieren e.V.“ (vormals Hohenheimer Kreis). Zusätzlich zur Beurteilung der Lagerung der Hüfte, der Form des Azetabulums, Form des Femurkopfes,
Sitz des Femurkopfes im Azetabulum, Oberschenkelhals und Gelenkspalt werden zur Einschätzung der Ausprägung der HD Messmethoden aus der Humanmedizin an der gestreckten Röntgenaufnahme
vorgenommen. Für eine Messung können die Bestimmung der Hilgenreiner Linie, Shenton`s Linie, Bestimmung des
Azetabularindexes (Messung der Tiefe des Azetabulums), Trochanter Major Abstand (Abstand Azetabulum und Trochanter Major), Messung der
Pfannentiefe nach Pfiehler, Öffnungswinkel nach Richter und Morganlinie herangezogen werden. Als wichtigste Auswertung wird der Norberg Winkel bestimmt, der eine Aussage zum Sitz des Femurkopfes im Azetabulum ermöglicht zusätzlich zu einer Aussage über die Ausprägung des kraniolateralen Pfannendaches.
Diese Messung erfolgt mit einer speziellen Schablone direkt am Röntgenbild.
Erwünscht ist ein Wert von 105° oder darüber; geringere Werte deuten auf flache Pfannen oder auch lose Hüften hin. - Normale
Hüfte – HD A: in jeder Hinsicht unauffällige Gelenke => NORBERG-Winkel von 105° oder mehr - Fast
normal, Übergang oder HD-Verdacht, HD B: geringe Veränderungen in Femurkopf oder Azetabulum => NORBERG-Winkel mindestens 100°. - Leichte
HD, HD C: zusätzlich zum Status HD B zeigt sich eine Inkongruenz und evtl. ein divergierender Gelenkspalt => NORBERG-Winkel liegt um 100° - mittlere
HD, HD D: zusätzlich zum Status HD C gravierendere Veränderungen mit arthrotischen Zubildungen => NORBERG-Winkel zwischen 90° und 100° - schwere
HD, HD E: das gesamte Gelenk ist stark verändert. Es kann eine vollständige Luxierung vorliegen, auf den ersten Blick erkennt man die arthrotischen Veränderungen => NORBERG-Winkel
liegt unter 90°. Es handelt sich bei der HD um einen polygenetischen Erbgang. Untersuchungen ergaben, dass Defektgene in
mehreren Genkomplexen Geloci besitzen müssen, damit ein Schwellenwert überschritten wird, um tatsächlich zum klinischen bzw. radiologischen Bild der HD zu führen. Erkenntnisse über den Erbgang und die Heritabilität des Merkmals sind Grundvorraussetzungen für die
Durchführung von Zuchtprogrammen. Ausgehend davon, dass es sich bei der HD um einen polygenen Erbgang handelt, stellen Massenselektionen, d.h. die ausschließliche Verpaarung von
HD-freien Tieren, nur einen langsamen Zuchtfortschritt dar, so dass Zwinger und Zuchten nicht nach wenigen Generationen HD frei sein können und die vollständige Eliminierung von
HD-Genen nicht realisiert wird. Die bisherige Zuchtpraxis bezüglich Eliminierung der HD wird
in den meisten Zuchtverbänden über die Selektion der Zuchthunde auf normalen Hüftstatus vorgenommen in der Erwartung, dass dieser auch an die
Nachkommen vererbt. Das Heißt, dass nur HD-A bis HD-C Hunde mit Hunden dieses Hüftstatus verpaart werden. Die Beurteilung der Nachkommen und Einbeziehung der Verwandtschaftsinformationen (BLUP Zuchtwertschätzung)
stellt eine wesentlich aussagekräftigere Methode dar und bietet denn schnellsten Zuchtfortschritt. Resultate aus der modernen Nutztierzucht zeigen, dass das Erscheinungsbild der Voll- und
Halbgeschwister und anderer Verwandten wesentlich aussagekräftiger die vorhandenen Gene darstellen als das Individuum selbst. D.h. dass die „Breite“ der Ahnentafel von größerer
Bedeutung ist als deren „Tiefe“. Phänotypisch normale Hunde aus Würfen mit einem hohen Vorkommen an befallenen Tieren
werden aller Wahrscheinlichkeit nach eine genotypische Disposition zu HD aufweisen und diese vererben. Über die Zuchtwertschätzung hat jedes Tier schon bei seiner Geburt einen Zuchtwert, der sich aus
Informationen über Eltern, Großeltern, Geschwister, Onkel, Tanten etc. zusammensetzt. Durch neue Informationen, z.B. das eigene Röntgenergebnis, eigene Nachkommen, Nachkommen von
Geschwistern etc. kommt es zu einer Anpassung der Zuchtwerte. Der Zuchtwert beschreibt den Genotyp des Einzeltieres möglichst optimal und
immer besser als nur das eigene Röntgenergebnis. Zweck ist, nicht für das Tier einen Zuchtwert vorzuschreiben, sondern für den zu erwartenden Wurf. Der Zuchtwert des möglichen Wurfes
ergibt sich aus den Zuchtwerten der Elterntiere. Diese Art der Paarungsauflage wird als „Strategische Paarung“ bezeichnet. Zwar stehen durch diese Methode
Tieren, die genetisch stark mit HD belastet sind, keine bis wenige Zuchtpartner zur Verfügung, sie werden aber nicht grundsätzlich vom Zuchtgeschehen ausgeschlossen. So entsteht
eine größtmögliche Liberalität welche die Zuchtbasis nicht unnötig ausdünnt. Man geht heute davon aus, dass der Kombination der BLUP-Zuchtwertschätzung in Kombination mit der
strategischen Paarung die größt mögliche Effizienz im Kampf gegen die HD inne wohnt. Ist der Welpe geboren, lässt sich selbstverständlich an den genetischen Grundlagen, die ein Hund von
seinen Eltern erhalten hat, nichts ändern oder therapieren. Es ist aber sehr wohl möglich, dem Welpen in seiner Entwicklung und vor dem Hintergrund der Prophylaxe
einer möglichen starken Ausprägung einer HD-Symptomatik zu unterstützen. Wie bereits erwähnt sollte die Ernährung des Hundes seinem Entwicklungsstadium und seiner
Aktivität angepasst sein. Eine über-kalorige Ernährung mit Proteinüberversorgung ist auf jeden Fall zu vermeiden. Ebenso muß ein großes
Augenmerk darauf gelegt werden, dass das Futter eine ausgewogene Zusammensetzung an Mineralstoffen aufweist, wobei besonders auf das korrekte Kalzium-Phosphor-Verhältnis und ein adäquates
Verhältnis von Natrium und Kalium zu Chlorid während der Wachstumsphase zu achten ist. Fertigfutter enthalten in
der Regel die richtige Zusammensetzung an Mineralstoffen, eine zusätzliche Gabe von Welpenkalk ist nicht nötig. Es ist ebenso möglich, den Hund während des Aufwachsens mit frischen
und selbst zubereiteten Futter zu ernähren, was aber eine intensive Beschäftigung mit der Materie (Zusammensetzung von Futter, optimale Vitamin- und Mineralienversorgung,
Kalorienversorgung, hochwertige Bestandteile etc.) voraussetzt! Vorteilhaft kann sich die
prophylaktische Gabe von gelenkaufbauenden bzw. knorpelschützende Präparate sein, die den
Knorpelstoffwechsel anregen. Der Hund sollte seinem
Alter und seinem Entwicklungsstand angemessen wachsen und dementsprechend an Gewicht zulegen. Übergewicht ist auf jeden Fall kontraproduktiv für eine gesunde Entwicklung des
Skelettapparates. Besonders bei großwüchsigen Rassen die eine lange Zeit zur Ausreifung benötigen ist es grundlegend, den Hund adäquat zu versorgen und sich (langsam) entwickeln zu
lassen. Darüber hinaus ist eine
moderate und vor allem regelmäßige Bewegung ohne übermäßige Beanspruchung und unangemessene Bewegung (Springen, abrupte Bewegungen etc.) wichtig für den Aufbau der Muskulatur. Was tun bei HD
Für viele Hundehalter ist die Diagnose HD schockierend. Dennoch ist es so, dass viele Hunde
trotz schlechten Hüftstatus symptomfrei sind. Hunde mit HD aber ohne ausgeprägte Symptomatik können auch ohne Eingriffe oder (komplizierte) Behandlungen bis ins hohe
Alter ohne Probleme mit ihrer Hüfte ein unbeschwertes fröhliches Hundeleben führen. Wichtigste
Vorraussetzung ist, dass die Hunde kein Übergewicht haben. Außerdem ist es notwendig, dass die Hunde durch abwechslungsreiche und ausdauernde Bewegung eine ausgeprägte stützende
Muskulatur aufbauen. Bei Hunden mit sehr schlechten Hüftstatus sollten abrupte Bewegungen wie Springen, Klettern etc., die viel Kraft aus der Hüfte erfordern, unterbleiben. Futtermittel - Präparate
Sehr
hilfreich sind Bindegewebe-schützende, gelenkaufbauende bzw. knorpelschützende Präparate, die den Knorpelstoffwechsel des
arthrotischen HD-Gelenks fördern. Die
unterschiedlichen Präparate kann man entweder über den Tierarzt oder auch im freien Verkauf erwerben, wobei die Präparate vom Tierarzt in der Regel höher dosiert sind als die frei
verkäuflichen. Diese Präparate
enthalten in der Regel Chondroitin-4-Sulfat ,Chondroitin-6-Sulfat und/oder Glykosaminsulfat.
Glykosaminsulfat unterstützt die Bildung der
wasserbindenden Glykosaminoglykane (Bestandteil der Knorpelgrundsubstanz) unterstützen, um die Druckelastizität des Knorpels durch die Zunahme des Wassergehalts zu erhöhen. Oftmals wird als Bestandteil die Neuseeländische
Grüne Lippenmuschel verwendet, deren Glucosaminoglykane als wichtiger Bestandteil der Hyaluronsäure eine essentielle Rolle im Gelenk, bzw. in den Gelenksabschnitten Knorpel und Synovia
(Gelenksschmiere) spielen. Sämtlichen Präparate sind ohne Nebenwirkungen und dadurch zur Dauer- oder Langzeitbehandlung geeignet. Bei entsprechender Disposition empfiehlt sich eine möglichst frühzeitige Behandlung. Außerdem können diese Präparate prophylaktisch und/oder als Kur gegeben werden. Ebenso sind die Präparate unterstützend bei der Rehabilitation von Operationen am Skelettapparat des Hundes angeraten.
Zeigt der Hund bereits eine HD-Symptomatik sollte man weitere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Sicherlich kann man die HD symptomatisch mit der Gabe von Schmerzmitteln behandeln, dabei ist aber zu bedenken, welchen Einfluss die dauerhafte Gabe für den Organismus, vornehmlich Leber und Niere haben. Wichtig ist also die ganzheitliche Betrachtung des Hundepatienten. Es ist nicht sinnvoll nur den betroffenen Bereich zu therapieren, sondern man sollte bestrebt sein, alle Problemzonen zu erkennen und auch entsprechend zu behandeln um optimale Erfolge zu erzielen. Darüber hinaus ist das Alter des Hundes, Gewicht, Lebensumfeld etc. bei der Wahl der Methode zu berücksichtigen. Goldakupunktur
Die Goldakupunktur ist eine nebenwirkungsfreie und schonende Methode nach den Akupunkturprinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin.
An den tiefen Akupunkturpunkten des betroffenen Gelenkes werden kleine Goldstückchen eingesetzt, die dann im Röntgenbild
wie ein Sternenkranz aussehen. Um die Wirkung der Goldimplantate zu verstärken, wird an anderen Stellen des Bewegungsapparates Gold eingesetzt. Dadurch wird das Gewebe gelockert, die
Durchblutung gesteigert und die Schmerzleitung gehemmt. Bei einigen Hunde erreicht man der Implantation Schmerzfreiheit. Der Eingriff ist normalerweise einmalig und wirkt ein
Hundeleben lang. Neuraltherapie Die Neuraltherapie geht davon aus, daß jede Zell- und Organleistung von Antrieben des Nervensystems abhängig
und deshalb auch durch dieses primär einer Behandlung zugängig sei. Bei der Neuraltherapie handelt es sich in der Regel um eine Injektionsbehandlung direkt am Nerv mit Betäubungsmitteln
(Lokalanästhesie z. B. novocainhaltige Präparate). Pectineus-Muskel-Durchtrennung Bei dieser Methode wird der Pectineus-Muskels durchtrennt
Kapselraffung Hierbei wird die Gelenkkapsel chirurgisch gestrafft. Bei der Kapselraffung wird das Hüftgelenk nicht geöffnet, sondern es werden nur Hefte gesetzt, die die Gelenkkapsel verkürzen und somit verhindern, dass der Oberschenkelkopf aus der Pfanne herausrutschen kann. Die OP ist nur bei jungen Tieren sinnvoll, bei denen noch keine Abnutzungserscheinungen im Gelenk aufgetreten sind. Durch die Raffung wird die Subluxation und damit einem Fortschreiten der HD entgegengewirkt. Beckenosteotomie Anwendung findet diese Methode beim wachsenden und jungen Hund. Ziel ist, eine Umstellung der Architektur des Beckens durch die Durchtrennung des Beckens oberhalb des Azetabulum zu erreichen. Bei
der Durchtrennung wird die untere Hälfte des Beckens um einen Drehpunkt nach außen, vorn und unten geschwenkt. So
soll der Femurkopf besser von vom Azetabulum gefasst werden. Die Druckkräfte werden dadurch besser verteilt bzw. verringert. Denervation Bei der Methode der Denervation wird die
arthrotische Hüftpfanne mitsamt ihrer Kapsel so weit ausgefräst, dass ebenfalls alle Nerven, die für die Schmerzempfindung zuständig sind, zerstört werden. Ebenso werden die Nerven
am Außengelenk durchtrennt. Die Denervierungs-Operation ist an beiden Hüftgelenken in einer Operation durchführbar, wobei eine relativ geringen
Belastung auftritt. Die Hunde können meist noch am Tage des Eingriffs nach Hause entlassen werden. Als mögliche postoperative Komplikation wird das Wiederzusammenwachsen der Nervenendenbeschriebe, was zu erneuten
Schmerzen führt. Grundsätzlich bietet diese Methode aber gute Langzeiterfolge. Bei der Pectineus-Muskel-Durchtrennung sowie der Denervation handelt es sich um eine rein symptomatische Operation,
das heißt, die Ursache für Schmerzen, Arthrose etc. bleibt weiterhin bestehen. Die Stabilität des Gelenks wird bei beiden Methoden nicht verbessert, so dass die Sekundärarthrose
trotz klinischer Besserung (Schmerzfreiheit) unvermindert fortschreitet. Oft wird die Denervation mit der Durchtrennung des Pectineus-Muskels kombiniert. Bei rapider Verschlechterung des
HD-Symptomatik ist in Folge die Durchführung anderer Operations-Methoden wie z.B. ein Hüft-Endoprothese oder die Entfernung des Hüftkopfes möglich. Pectinectomie Eine Pectinectomie empfiehlt sich ausschließlich bei einem jungen Hund. Bei dieser Operation soll die Biomechanik des Gelenkes in soweit verbessert werden, als dass es nicht zur Ausprägung von Arthrosen kommt. Selbstverständlich ist dies sinnlos, wenn bereits Arthrosen aufgetreten sind. Der Effekt tritt ein, indem durch Entfernen des Pectineus Muskel der Femurkopf tiefer in die Gelenkpfanne hereinrutscht.
Da der Pectineus Muskel als Adduktor (Muskel zum Heranziehen eines Körpergliedes) tätig ist, zieht er das Bein unter die Körpermitte heran und hebelt dabei den Femurkopf aus der
Gelenkpfanne.
Femurkopfresektion Das Ziel der Femurkopfresektion = Entfernung de
soberschenkelkopfes besteht in der Beseitigung des Knochenkontaktes und damit des Gelenkschmerzes bei HD-kranken Hunden. Der obere Teil des Oberschenkelknochens wird operativ entfernt. Der Resektion des Femurkopfes und -halses folgt die Ausbildung eines fibrösen (aus faserigen
Bindegewebe bestehend), falschen Gelenks zwischen Femurstumpf und dem Bereich des Beckens. Das Narbengewebe des falsch-fibrösen Gelenks trägt zusammen mit den Muskeln den
entsprechenden Anteil des Körpergewichtes des Hundes.
Um ein stabiles Narbengewebe und damit eine ausreichende Beweglichkeit zu erhalten, sind frühzeitige
physiotherapeutische Maßnahmen erforderlich. Die aktiven und passiven Kräftigungsübungen sind für ein zufriedenstellendes Ergebnis maßgebend, wobei die Beweglichkeit des „falschen
Gelenks“ eingeschränkt bleibt und diese auch nicht forciert werden darf. Der Eingriff wird vornehmlich für leichtere bzw. kleinere Hunde bis ca. 15 kg Körpergewicht empfohlen,
da bei größeren Hunden die Operation die Instabilität der Hüfte vergrößert und ihre Fähigkeit zur biomechanischen Kraftübertragung zerstört. Die Femurkopfresektion schränkt in
der Regel die Beweglichkeit des Hüftgelenks ein und verändert das Gangbild (steifer Gang). Die Femurkopfresektion wird oft als Rettungsoperation in schweren HD-Fällen gesehen. Diese Operation
ist irreversibel und sollte als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden, da z.B. der Einsatz einer künstlichen Hüfte nach erfolgter unbefriedigender Femurkopfresektion nur noch
schwer möglich ist. Andersherum ist es jedoch gut möglich, nach dem Einsatz einer künstlichen Hüfte noch die Femurkopfresektion durchzuführen. Sie sollte nicht in Betracht
gezogen werden, wenn gelenkerhaltende Maßnahmen noch Aussicht auf Erfolg haben.
Total Endoprothese TEP (künstliches Hüftgelenk) Die Total Endoprothese ist die umfangreichste Operation bei HD. Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks sollte erst nach dem Schluß der Wachstumsfugen erfolgen. Grundsätzlich kann die Operation aber bei Hunden jeden Alters und Gewichts durchgeführt werden.
Bei der TEP werden Femurkopf und Azetabulum durch künstliches Material ersetzt. Ziel dieser OP ist es,
den Hund auf Dauer mit einem mechanisch intakten, schmerzfreien künstlichen Gelenk meist aus Titan zu versorgen. Der Femurkopf wird vom Oberschenkelknocken abgesägt und die die Femurprothese mit Knochenschrauben befestigt. Das Azetabulum wird vollständig ausgefräst und ebenfalls durch eine siebartige Prothese ersetzt. Diese Prothese wird ebenfalls verschraubt. Ziel ist, dass Knochen- und Knorpelmaterial die siebartige Struktur der Azetabulum-Prothese durchwächst.
Operationsmethoden, bei denen die Prothese mit Knochenzement befestigt wird, treten immer mehr in den
Hintergrund, da der Knochenzement nach einiger Zeit instabil werden kann. Im Gegensatz zu den vorher genannten Methoden behandelt die TEP nicht nur symptomatisch, sondern ursächlich,
indem sie das kranke Gelenk ersetzt. Die Hüftendoprothese wird angewendet, wenn gelenkerhaltende Operationen bei einer hochgradigen HD mit schweren Arthrosen keine Aussicht auf Erfolg
haben und/oder der Besitzer rein symptomatische HD-Operationen ablehnt. Nach dem mehrstündigen Eingriff wird der Hund in der Regel mindestens 1 Nacht in der Klinik verbleiben
müssen. Zu den wichtigsten möglichen Komplikationen zählt die Luxation (Auskugelung) des Prothesenkopfes, die
sich meist innerhalb der ersten vier Wochen nach der OP zeigt. Deshalb muß die Bewegung des Hundes in der frühen postoperativen Phase strikt eingeschränkt werden. Risiken der TEP
liegen zum einen in einer Knocheninfektion durch Keime und zum anderen in der Pfannen- und /oder Schaftlockerung. In beiden Fällen muß die Prothese wieder entfernt werden, wobei zu
beachten ist, daß dann eine erneute Implantation nicht mehr möglich ist. Trotz dieser Risiken bietet die Totalendoprothese aufgrund einer hohen Erfolgsquote für Hunde mit ausgeprägter HD eine vielversprechende Prognose, was auch durch Langzeitstudien belegt ist. Dennoch sollte man nicht vergessen, daß diese OP auch die aufwendigste, risikoreichste und teuerste aller erläuterten Maßnahmen ist. Die Kosten der TEP belaufen sich auf ca. 2700-3000 Euro pro Hüfte. Rekonvaleszenz nach der TEP Normalerweise zeigt der Hund nach der Operation bereits wieder einen großen Bewegungsdrang und kann die
Hüfte mit der Prothese leicht belasten. Die folgenden Abläufe in der Rekonvaleszent unser Hündin Kasha mag als Beispiel gelten, je nach Hund, Gewicht, Alter Heilungsfortschritt mögen anderen Zeiten gelten.
Ca. 10-14 Tage
nach der OP werden Kasha Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht. Zusätzlich ist die Gabe von hochdosierten Chondroitin- bzw. Glykosamin-Präparate für den Knorpelaufbau hilfreich. Eine erste Wundkontrolle wird 3 Tage nach der Operation durchgeführt. Da es unmöglich ist, die Hüfte
des Hundes dauerhaft mit einem Verband zu versehen, werden Wundpads bzw. Pflaster auf die ca. 15 cm lange Narbe geklebt. Diese sollten vom Hund nicht entfernt werden.
Die Fäden werden können
nach ca. 10 Tage gezogen werden.
Bei Kasha hatte sich sehr schnell Narbegewebe gebildet
Kasha musste in ihrer Bewegungsfreiheit vorerst vehement eingeschränkt werden, es
war strikte
Leinenpflicht angesagt. Auf keinen Fall durfte sie Fall Treppen steigen –
d.h. sie mußte jede Treppe getragen werden! In den ersten 2 Wochen nach der Operation
machten wir ca. 3 mal täglich Spaziergänge von 10 Minuten Dauer. Zeigt der Hund Lahmheitsanzeichen, ist die Bewegung einzuschränken,
d.h. die Spaziergänge zu verkürzen.. Nach 6 Wochen wird unter leichter Sedierung der Sitz der Prothese überprüft.
Bei befriedigenden Ergebnis darf die Bewegung an der Leine in den darauf folgenden 4 Wochen langsam auf
ca. 1 Stunde ausgedehnt werden. Bei beidseitig sehr schlechten Hüftstatus kann es evtl. nötig sein, an bei den Hüften eine Prothese
einzusetzen. Unter Umstanden (Heilungsprozess etc.) können sogar beide Operation innerhalb von 12 Wochen durchgeführt werden. Operationsmethoden, bei denen die Prothese mit Knochenzement befestigt wird, treten immer mehr in den Hintergrund, da der Knochenzement mit der Zeit lose werden kann. Tierärzte die diese Methode anwenden sprechen von einer Haltbarkeit des Knochenzementes von ca. 8-10 Jahren, was bei der durchschnittlichen Lebensdauer eines Hundes akzeptabel erscheinen mag. Wir haben uns bewußt für die leider teurere aber dafür beste Methode der künstlichen Titan-Hüfte entschieden. Die Kosten pro Hüfte liegen bei ca. 2800 Euro.
Diese Kliniken führen unter anderem die TEP durch
Wir sind sehr froh, dass wir uns nach Kasha`s Diagnose HD-E
durch viele Gesprächen mit Hundehaltern und Tierärzten für die TEP entscheiden haben.
Zum jetzigen Zeitpunkt im Juni 2009
Sollten Sie Fragen zur Erkrankung HD oder deren Therapie haben, zögern Sie bitte nicht, sich an uns zu
wenden. Außerdem möchten wir Ihnen die medizinische Abhandlung von Dr. Mark Flückinger, erstellt an der Fakultät der Universität Zürich im Mai 2002 empfehlen: "Hüftgelenksdysplasie (HD) beim Hund".
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