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Epilepsie |
| Über Epilepsie wird viel diskutiert und es wird noch mehr darüber geschrieben. Hunde und
Halter leiden beide gleichermaßen aber natürlich in unterschiedlichen Ausprägungen unter dieser Krankheit.
Unter Epilepsie werden Krankheiten, bei denen es durch abnorme Erregungsbildung und fehlende Erregungsbegrenzung im Gehirn zu Krampfanfällen, sog. epileptischen Anfällen kommt, zusammengefasst. Diese wirken auf Unbeteiligte bedrohlich, sistieren jedoch in der Regel nach wenigen Minuten spontan. Man unterscheidet idiopathische Epilepsien, bei denen keine krankhaften Veränderungen des Gehirnes vorliegen, und symptomatische Epilepsien als Folge einer zugrunde liegenden Krankheit oder Gehirnschädigung. Zur Diagnose führen Anfallsbeschreibung durch dabei anwesende Personen, EEG, bildgebende Verfahren (CT, MRT) und Blutuntersuchungen zum Ausschluss einer Stoffwechselerkrankung. Symptomatische Formen werden entsprechend der Ursache behandelt, bei der idiopathischen Epilepsie ist durch medikamentöse Einstellung meist Anfallsfreiheit zu erzielen. Die Sonderform des Status epilepticus mit einer Dauer über 20 Minuten ist ein lebensbedrohlicher Zustand und bedarf einer Akutbehandlung. Definition Als Epilepsie wird eine chronische Krankheit bezeichnet, die durch rezidivierende, also wiederkehrende Anfälle, die ihren Ursprung im Gehirn haben, gekennzeichnet ist. Diese können in Form von Krämpfen (Crampi), aber z.B. auch komplexen unwillkürlichen Bewegungsabläufen oder Dämmerzuständen auftreten. Ursächlich sind unterschiedlich lange andauernde, starke, synchronisierte krankhafte neuronale Entladungen (Depolarisationen) im Gehirn. Diese Entladungen können mit Hilfe eines Elektroenzephalogrammes (EEG) sichtbar gemacht werden. Einteilung Epilepsien ohne erkennbare Ursache werden "genuine" oder "idiopathische" Epilepsien genannt, bei ihnen ist keine ursächliche im Gehirn gelegene Läsion (z.B. Tumor, Hirnfehlbildung) oder stoffwechselbedingte Krankheit feststellbar. Für idiopathische Epilepsien besteht eine genetische Prädisposition. Im Gegensatz dazu stehen die "symptomatischen" Epilepsien, die auf strukturelle oder stoffwechselbedingte Störungen, wie z.B. vorgeburtliche Hirnschädigungen, Hirnfehlbildungen, Tumoren, traumatische Hirnschädigungen, Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen, Stoffwechselerkrankungen oder Vergiftungen (Intoxikationen) zurückgeführt werden können. Desweiteren werden fokale und generalisierte Anfälle unterschieden:
Fokale Anfälle
Generalisierte Anfälle Zu den generalisierten Anfällen gehören sowohl konvulsive, also mit Krämpfen einhergehende als auch nicht-konvulsive Anfälle, die keiner genauen Lokalisation im Gehirn zugeschrieben werden können. Beispiele für generalisierte Anfälle sind Absencen, also Bewusstseinstrübungen mit Gedächtnisverlust, klonische, tonische und tonisch-klonische Anfälle. Hierunter zählt man auch den Grand Mal ("Großer Anfall"), der von den folgenden Symptomen begleitet wird:
Als Status epilepticus wird die Aufeinanderfolge von generalisierten Anfällen bezeichnet, zwischen denen der Kranke das Bewusstsein nicht wiedererlangt. Es handelt sich um einen lebensbedrohlichen Zustand, der unterbrochen werden muss. Erlangt der Patient zwischen den Anfällen das Bewusstsein wieder, liegt eine Häufung von epileptischen Anfällen vor, die keinen Status epilepticus im Sinne der Definition darstellt. Ursachen Grundsätzlich sind für die Entstehung von epileptischen Krampfanfällen zwei Faktoren zu berücksichtigen:
Diagnostik Zentrale Bedeutung für die Einordnung von epileptischen Anfällen und der Unterscheidung von anderen, mitunter zunächst ähnlich erscheinenden Erkrankungen wie Bewusstseinsstörung anderer Ursache, Tetanie mit Krämpfen bei Stoffwechselentgleisungen, psychogene Anfälle kommt der klinischen Analyse und Beurteilung des Anfallsbildes zu. Eine wichtige Bedeutung haben in diesem Zusammenhang auch Angaben von dritten Personen, die den Anfall beobachtet haben (fremdanamnestische Angaben). Das Elektroenzephalogramm (EEG) besitzt große Bedeutung für die Einordnung von Anfällen. Methoden zur gewollten, diagnostischen Provokation eines Anfalles sind z.B. Schlafentzug oder Flackerlichtstimulation. Spezielle Untersuchungsmethoden sind die 24-Stunden-EEG-Ableitung und die videoüberwachte EEG-Ableitung, durch die klinisches Bild und EEG-Muster miteinander verglichen werden können. Zum Ausschluss einer symptomatischen Epilepsie ist nach einem Grand-mal-Anfall eine Computertomographie mit Kontrastmittel in der Regel ausreichend. Anfallsursachen, die eine erweiterte akute Diagnostik erfordern, sind z.B.:
Therapie Eine Akutintervention ist beim Hund nahezu nicht möglich. Beim Menschen besteht die Akutintervention in
Anfallsprophylaxe: Auf der Homepage von Peter Kühlechner haben wir so dermaßen umfangreiche Informationen zu Epilepsie gefunden, dass wir diese Seite hier gerne noch erwähnen möchten. Außerdem ist die Dissertation von Maike Gliem "Etablierung von 2 chronischen Epilepsiemodellen und Detektion von spontan auftretenden Anfällen", an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, aus dem Jahr 2002. Sehr lesenswert und informativ! |