:

Hypothyreose

HD-Hüftgelenkdysplasie

Epilepsie

Krebs

Glossar

  Gehirnerschütterung

Inkontinenz

   

 

Gehirnerschütterung  

 
Gehirnerschütterungen bei Hund oder Katze sind oftmals auf einen Sturz oder Autounfall zurückzuführen. 

Folgender Artikel stammt aus aus www.gesundheitpro.de, da das gesamte Krankheitsbild und die Behandlung bei Mensch und Hund/Katze gleich sind.

Bei einer Gehirnerschütterung werden die Nervenzellen im Gehirn vorübergehend in ihrer Funktion gestört. Abgesehen von einer vielleicht blutenden Beule sind keine Verletzungen am und im Schädel festzustellen. Höchstens in mikroskopischen Präparaten von Hirngewebe Verstorbener ist zu erkennen, dass Nervenbahnen unterbrochen sind. Mit speziellen Methoden sind diese Unterbrechungen auch bei Lebenden zu sehen.
Mediziner sprechen bei einer Gehirnerschütterung auch von einem leichten Schädel-Hirn-Trauma.

Ursachen

Die meisten Gehirnerschütterungen werden durch einen Aufprall oder eine Kollision verursacht. Entweder man schlägt mit dem Kopf auf oder bekommt einen heftigen Stoß. Bei Erwachsenen rangieren Verkehrsunfälle mit Auto, Motorrad und Fahrrad ganz vorne, bei Kindern und alten Menschen Stürze. Auch Sportarten wie Inline-Skating, Fahrrad fahren oder Skateboard fahren führen häufig zu Gehirnerschütterungen.

Mögliche Folgeerkrankungen

Eine Gehirnerschütterung heilt im Allgemeinen vollständig aus. Manchmal kommt es zu Migräne oder einem postkommotionellen Syndrom.

Beschwerden

Typisch für eine Gehirnerschütterung ist eine kurze Bewusstlosigkeit mit anschließender Verwirrung. Die Bewusstlosigkeit dauert manchmal nur einige Sekunden und fällt gar nicht auf. Meistens dauert sie aber einige Minuten bis zu einer Viertelstunde. Danach ist der Betroffene verwirrt und kann sich nicht daran erinnern, was vor dem Unfall war. Er leidet unter Übelkeit und Erbrechen, Schwindel und Kopfschmerzen.
Wenn die Bewusstlosigkeit länger als eine Viertelstunde und die Verwirrtheit länger als eine Stunde dauert und die Verwirrung stärker statt schwächer wird, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine schwerere Kopfverletzung wie eine Gehirnprellung, Gehirnquetschung oder Gehirnblutung.

Diagnose

Nach einer Kopfverletzung mit Bewusstlosigkeit ist es ratsam, sich untersuchen zu lassen.
Als erstes wird eine Röntgenuntersuchung gemacht, um einen Schädelbruch auszuschließen. Wenn das Röntgen keine Verletzungen zeigt und der Patient klar bei Bewusstsein ist, handelt es sich um eine einfache Gehirnerschütterung und ein Krankenhausaufenthalt ist nicht unbedingt notwendig. Der Betroffene bleibt aber die nächsten zwei Tage besser nicht alleine zu Hause.
Wenn nämlich die Verwirrung wieder zunimmt, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel erneut auftreten, dann muss der Verletzte wieder ins Krankenhaus. Dort werden dann zusätzliche Röntgenaufnahmen des Schädels gemacht, um seltenere Bruchstellen zu finden. Blutungen (epidurales Hämatom) können mit einer Computertomographie lokalisiert werden.

Behandlung

Zur Behandlung einer einfachen Gehirnerschütterung gehören vor allem einige Tage Bettruhe mit Reizabschirmung. Das durchgeschüttelte Gehirn soll möglichst wenig Reize verarbeiten müssen. Das betrifft jede geistige und körperliche Anstrengung und schließt auch Fernsehen und Lesen ein. Eine zu lange Ruhepause ist aber auch schlecht, weil der Kreislauf dann immer schwerer auf Touren kommt. Ein schwacher Kreislauf verstärkt Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit.

Medikamente

Es gibt Medikamente, die helfen, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Bei einer Gehirnerschütterung werden dazu vor allem Sympathomimetika eingesetzt. Sie regen das vegetative Nervensystem an, das Körperfunktionen wie Blutdruck, Herzfrequenz oder Darmtätigkeit regelt.
Gegen Kopf- und Nackenschmerzen helfen Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika und andere nicht zentral wirkende Analgetika. Mischpräparate aus verschiedenen Substanzen werden aber nicht empfohlen. Stärkere Schmerzmittel sind selten nötig. Schwindel und Übelkeit im akuten Stadium können mit Antiemetika bekämpft werden.

Heilungschancen
"Normale" Gehirnerschütterungen heilen ohne anhaltende Beschwerden und ernste Spätfolgen ab.
Manchmal treten bei einer Gehirnerschütterung erst nach Wochen behandlungsbedürftige Schäden auf. Meist handelt es sich um einen Bluterguss unter der harten Gehirnhaut. Anfällig für so ein chronisches subdurales Hämatom sind besonders ältere Menschen über 70 Jahren, Menschen mit Blutgerinnungsstörungen und Alkoholiker.

Manche Betroffene leiden in der Folge unter Migräne.
Selten kommt es nach einigen Wochen oder Monaten zu einem "postkommotionellen Syndrom", benannt nach der Fachbezeichnung Commotio cerebri für Gehirnerschütterung. Die Betroffenen leiden unter Kopfschmerzen und Schwindel, depressiven Verstimmungen und Angst, Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Reizbarkeit. Die Beschwerden können Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten. Die Ursachen geben den Medizinern noch Rätsel auf, eine davon dürfte jedenfalls im Seelischen liegen. Die Therapie dieses zur Chronifizierung neigenden Krankheitsbildes sollte auch mit Antidepressiva versucht werden, auch wenn keine depressiven Symptome bestehen. Eine Psychotherapie, zum Beispiel eine  Verhaltenstherapie,  kann hilfreich sein. Entspannungstechniken können ebenfalls lindernd wirken.
Wenn die Verspannungen im Nackenbereich besonders hartnäckig sind, könnte die Halswirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen worden sein und ein Schleudertrauma (Peitschenschlagsyndrom) vorliegen. Eine Kernspintomografie kann klären, ob das der Fall ist.

nach oben