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Inkontinenz

Wir unterscheiden zwischen verschiedenen Harnabsatzstörungen. 

- Harnwegsentzündung: bei der Harnwegsentzündung uriniert der betroffene Hund oft in nur geringen Mengen. Man sollte viel Flüssigkeit reichen, damit die Harnwege frei werden.

 - Blasensteine: um die Bildung von Blasensteinen zu verhindern, sollte auch hier der Hund sehr viel trinken, damit die Steine vorab ausgespült werden können.

- Und Drittens, die Harninkontinenz. Harninkontinenz betrifft nicht nur Hündinnen, sondern auch Rüden. 

Ob nun eine Harnwegsentzündung, Blasensteine, oder eine Harninkontinenz vorliegt, sollte vorab durch den Tierarzt geklärt sein, damit die unterschiedlichen Therapien eingeleitet werden können. Bei einer neurologischen Ursache ist eine genaue Abklärung nötig, um das Ausmaß der Nervenschädigungen abzuschätzen. Sollten sich angeborene Missbildungen bei dem betroffenen Hund herausstellen, so muß die Ursache der Inkontinenz meistens operativ behandelt werden. 

Ursachen für die Harninkontinenz bei der Hündin können sein:

  • Neurologische Störungen wie z. B. Nervenschädigungen im Bereich des Rückenmarks oder gar der Harnblase. Diese Störungen sind fast immer mit zusätzlichen Symptomen verknüpft, wie Lahmheit oder Rückenschmerzen.
  • angeborene Missbildungen wie z. B. falsch in die Blase mündende Harnlieter oder Blasenmissbildungen als Ursache einer Inkontinenz
  • Störungen, wie z. B. Tumore in der Harnblase oder Harnröhre. Tumore sind stark durchblutet und dadurch ist der Urin oft blutig.

Sind Entzündungen und sonstige Ursachen ausgeschlossen und äussert sich der Harnabgang auch im Schlafzustand – tritt er mal stärker, mal schwächer in Erscheinung und ist die Hündin kastriert, so liegt in der Regel eine kastrationsbedingte Inkontinenz vor. 

Ursachen des Harnträufelns nach einer Kastration sind bis heute noch nicht vollständig geklärt. Wenn man bedenkt, das bei einer Kastration die hormonproduzierenden Eierstöcke entfernt werden, somit die Eierstockhormone wegfallen und gleichzeitig der Verschluß in der Harnröhre in diesem Zusammenhang nachlässt, so sind die Folgen ein klein wenig nachvollziehbarer. Nicht jede Hündin wird nach einer Kastration inkontinent bzw. kann es auch Jahre dauern, bis nach der Kastration eine Inkontinenz eintritt.  

In großen Tierkliniken ist es durch eine Spezialuntersuchung heute mittlerweile möglich, den Verschluß der Harnröhre auszumessen.

Bei der kastrationsbedingten Inkontinenz ist das Ziel einer Behandlung die Unterstützung und somit Verbesserung der Verschlussfunktion der Harnröhre. Dazu bieten sich die konservative und chirurgische Behandlungsmethoden an. Bei der konservativen Behandlung werden der Hündin täglich Medikamente verabreicht, welche direkt auf die Harnröhrenwand wirken und dadurch deren Verschluss verbessern. Die Mehrheit der betroffenen Hündinnen werden durch diese medikamentöse Behandlung kontinent. 

Bei der operativen Behandlung wird Kollagen in die Wand der Harnröhre injiziert. Das Kollagen ist ein hoch gereinigtes Rindereiweiß, das auch in der Humanmedizin Anwendung findet. Um diesen Eingriff machen zu können, muss die Hündin in Vollnarkose gelegt werden. Mit Hilfe eines Endoskops wird an verschiedenen Stellen Kollagen unter die Schleimhaut der Harnröhre gespritzt. An den Injektionsstellen komm es zu kissenartigen Vorwölbungen. Diese Verwölbungen verbessern die Verschlussfunktion der Harnröhre. Die Gewebeverträglichkeit des Kollagens sei außerordentlich gut. 

Rüden neigen weniger häufig zu Harninkontinenz. Man kann nicht eindeutig feststellen, dass ein direkter Zusammenhang mit einer Kastration bestehen muß. 

Leidet ein Jungrüde seit seiner Geburt an Inkontinenz, sollte eine Missbildung in Betracht gezogen werden. 

Hierzu können zählen:

  • Ektopische Ureteren
  • Andere Blasenmissbildungen, wie zum Beispiel die Harnblasendoppelmissbildung
  • Intersexualität (hier liegt dem männlichen auch ein weiblicher Geschlechtsapparat bei.)

Sind die oben erwähnten Ursachen ausgeschlossen, kann für die Inkontinenz eine angeborene Schwäche des Harnröhrenverschlusses in Betracht gezogen werden. 

Harninkontinenz beim älteren Rüden kann basieren auf:

  • Verhaltensveränderungen: Hier sei die Altersvergesslichkeit erwähnt. Der Hund vergisst, dass der draußen zu urinieren hat.
  • Stresssituationen, wie große Aufregung, Angst oder Freude können zu unkontrolliertem Harnabsatz führen.
  • Abbau von Muskelmasse
  • Muskelgewebe ist in der Blasenwand und Harnröhre vorhanden. Durch den Alterungsprozess bei dem Hund kann ein Abbau zu einer Abnahme der Blasenfüllung oder zu einem Absinken des Harnröhrenverschlusses führen.
  • Tumor

  • Nierenerkrankung, Zuckerkrankheit, Hormonelle Störungen, Immunabwehrschwäche, Infektionen in den Harnwegen, Harnsteine, Tumor
  • Leberversagen oder auch verschiedene Medikamente können auch zur Inkontinenz führen. Merkmal dieser Erkrankungen ist, dass der Harn wenig konzentriert ist
  •  

Aus der naturheilkundlichen Praxis wird bei einer älteren, kastrierten Hündin zu Agrimony geraten. Es wirkt positiv auf die Schließmuskel. Agrimony hat recht gute Ergebnisse in der Praxis gezeigt. 

Eine Variationstherapie aus der Homöopathischer Natur: Causticum Hahnemanni D6. 

Sollte eine Innervierungs- und Bindegewebsschwäche bei dem betroffenen Hund festgestellt worden sein, kann auch Sepia D 8 – verabreicht werden.  

Für die zu verabreichenden Mengen und Auswahl von Therapiemöglichkeiten sollte man sich an eine tier-naturheilkundliche Praxis wenden.  

 mit freundlicher Genehmigung von Petra Fülbert, www.sleddicap.com

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