Das Tagebuch des Puszta-Bären: Oktober - November 2008

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Mittwoch, der 08.10.2008

Da die Abholfahrt der Pfotenhilfe Ungarn am ersten Oktoberwochenende stattfand hat und wir Miklos an diesem Wochenende wegen unserer Arbeit und dadurch mangelnder Zeit für die Integration ins Rudel nicht hätten übernehmen können, entschlossen wir uns, Miklos selbst in Ungarn abzuholen. Miklos war von Gabor, der die Pfotenhilfe Ungarn unterstützt, bereits vergangene Woche aus dem Tierheim Kecskemet auf seine "Swiss-Farm" geholt worden.

Ich komme abends kurz vor 22:30 Uhr aus einem Seminar meines Arbeitgebers nach Hause. Hubert holt mich noch von der Bahn ab, bringt mich nach Hause um sich vom Rudel, den Katzen und mit zu verabschieden und düst erstmal zu Michael Schwaiger los, der ebenfalls einen Hund von der Pfortenhilfe Ungarn übernommen hat und für das Tierheim Styroporplatten zur Verfügung gestellt hat.

Beladen mit den Styroporplatten und vielen Gedanken begibt sich Hubert auf die Reise. Ungefähr 650km einfache Fahrtstrecke liegen vor ihm.

Doch auch mich halten die Gedanken wach: machen wir das Richtige, indem wir Miklos zu uns nehmen wollen? Wie wird er sein? Lieb und friedlich? Aggressiv?  Unnahbar? Verschreckt und ängstlich? Wie werden sich Chacko, Kasha und Bolbo mit ihm vertragen? Werden sie sich überhaupt vertragen? Wird es zu gravierenden Auseinandersetzungen kommen? Wie wird Miklos auf die Katzen Vroni und Resi reagieren? Um kurz nach 24:00 Uhr gehe ich ins Bett, mein Schlaf ist unruhig.

Hubert meldet sich regelmäßig per SMS um mich über sein Fortkommen zu informieren. Und mit jeder SMS weiß ich, dass er unserem neuen Familienmitglied näher kommt. Ich freue mich und bin schrecklich aufgeregt.

(Berit)

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Donnerstag, der 09.10.2008

 

Hubert hat auf dem Rastplatz Wien-Schwechat zwischen 3:00 Uhr und 6:00 Uhr geschlafen und dann seine Reise nach Ungarn fortgesetzt. Nachdem er sich im Berufsverkehr um Budapest herumgequält hat, erreicht er die Swiss Farm um 10:30 Uhr.
Er übernimmt Miklos und die Dalmatiner-Hündin Mathilda, die von der Dalmatinerhilfe in Wien übernommen wird.

Auf die taube Mathilda wartet ihr Platz in Graz in einem Rudel mit anderen Hunden.

Um 10:30 Uhr frühstücken wir in unserem Haus an der Alz. Unsere 5 Fellnasen ahnen noch nicht, was ihnen bald bevorstehen wird: ein neues Familienmitglied.

Hubert übergibt Mathilda um ca. 15:00 Uhr an die Tierschützer der Dalmatinerhilfe. Sie machen noch einen gemeinsamen Spaziergang und dann verlässt Mathilda Miklos. Hubert ist es in diesem Moment ziemlich schwer ums Herz, schließlich war Mathilda eine kurze Zeit Miklos Gefährtin auf der Swiss Farm. 

Nachmittags gehen wir zum letzen Mal zu viert Spazieren: Chacko, Kasha, Bolbo und Berit. Meine Gedanken kreisen weiter:  wie werden wir das in Zukunft managen? Wird es möglich sein, mit 4 Hunden entspannt spazieren zu gehen? Wird Miklos aufgrund seines Unfalles überhaupt  spazieren gehen können? Um 17:00 Uhr kommt die nächste SMS von Hubert: Linz! Das bedeutet, die beiden werden um ca. 19:00 Uhr hier sein. Mein Puls schlägt...

Dann, um kurz nach 19:00 Uhr der Anruf: "wir sind in 20 Minuten da!". Wir haben geplant, die erste Zusammenführung auf dem Hundeplatz unseres Hundevereines Inn-Salzach e. V. zu machen. Leider ist es schon dunkel, eine Zusammenführung von Herdenschutzhunden im Dunkeln bzw. Schein der Laternen ist sicherlich nicht optimal, aber nun geht es eben nicht anders. Hubert holt mich also ab, wir fahren gemeinsam zum Platz, wo ich Miklos zu ersten Mal sehe. Er ist total freundlich und schon sehr auf Hubert bezogen. Im Dunklen macht er auch auch äußerlich einen guten Eindruck, wobei sein starkes Hinken auf der Hinterhand und auch im linken Vorderlauf sehr stark ins Auge sticht.   

Nach der ersten Begrüßung hole ich die anderen drei Fellnasen Chacko, Kasha und Bolbo. Sie stehen sich auf dem Hundeplatz das erste Mal gegenüber. Kasha gibt erstmal Gas, so wie es ihre Art ist, begrüßt Miklos und dann ist für sie die Sache gegessen. 

Bei den Herren der Schöpfung geht es nicht so einfach. Miklos knurrt was das Zeug hält, sobald ihm einer zu nahe kommt. Noch nicht mal Chacko, der jedem immer freundlich gegenüber auftritt,  lässt er an sich rankommen und geht auf Konfrontation. Resultat ist eine laute, knurrige Auseinandersetzung in der Chacko Miklos eine ordentliche Backpfeife verpasst. Wie erwartet spielt Bolbo sein Begegnungs-Ritual ab: freundliches Entgegenkommen, Brust rausstrecken und herbeistolzieren, gelassenes Wedeln mit der Rute, was im Endeffekt dazu führen soll, dass das Gegenüber gleich mal weiß, wer hier der Chef ist. Klappt aber nicht. Es wäre natürlich schön, wenn man von der ersten Begegnung an klare und vor allen beständige Fronten im Rudel hätte. Sicher ist nur eines: das ist Wunschdenken.

Miklos knurrt also weiter und fährt ein paar Breitseiten gegen Bolbo. Chacko halten wir raus, da unser Opa-Bär sein Rudel bis aufs Blut verteidigen würde.

Und Bolbo zeigt wieder einmal, wie hochsozial er ist: er lässt Miklos einfach in Ruhe und zeigt ihm die kalte Schulter nach dem Motto: "Knurr du nur und mach dich wichtig. Mich kannst du nicht provozieren".

Nach einer Stunde entscheiden wir uns nach Hause gehen. Nur wie wollen wir das anstellen? Alle Hunde im Auto geht nicht... Hubert fährt also mit Chacko, Kasha und Bolbo zur großen Wiese vor unserem Haus, ich folge mit Miklos zu Fuß. Um 21:00 Uhr betreten wir zum ersten Mal alle zusammen unser Grundstück.    

Kasha beobachtet alles interessiert, hält sich aber raus. Chacko macht weiterhin auf Distanz, die Burschen markieren was das Zeug hält. Miklos knurrt weiter sobald ihm einer zu Nahe kommt und versucht bei Bolbo aufzureiten. Bolbo dagegen lässt sich nicht auf die Provokation ein, er versucht Miklos zu einem Spiel zu animieren, rempelt ihn leicht an, geht in Spielaufforderungshaltung. Klar, dass Miklos nicht darauf eingeht, Miklos ist einfach nur gestresst. Bei Miklos Scheinattacken weicht Bolbo zurück und ignoriert diese. Wenn es zu eng wird, können wir Bolbo und Chacko leicht mit der Stimme aus der Situation holen und sogar Miklos reagiert auf ein "Nein" oder "Aus".

Anschließend lassen wir Miklos das Haus erkunden. Er ist aufgeregt und neugierig wie ein Welpe und beschnuppert alles. Vroni ist auf der Anrichte und reibt ihr Köpfchen an Miklos. Als sie herunter springt wird Milos Jagdinstinkt geweckt. Wir stoppen ihn, Vroni ist erstmal verwirrt. Das scheint Arbeit zu werden, dies in den Griff zu bekommen. Aber jetzt ist er da und wir werden das gemeinsam schaffen.

Für füttern Miklos drinnen, die anderen drei draußen. Miklos haut ordentlich rein und quittiert das mit einem dicken Rülpser. Da Miklos sich extrem schwer tut, Treppen zu steigen und auch wieder runterzukommen, schlafe ich auf dem Sofa, Hubert begibt sich mit den drei Wuffels und Katzen nach oben und schläft sofort wie ein Stein ein. Meine Nacht ist etwas unruhiger: alle Stunde wacht Miklos auf, kratzt sich wie wild und knabbert an sich herum, wenn die Katzen zum Fressen runterkommen, ist er schrecklich aufgeregt.  

(Berit)

     
Freitag, der 10.10.2008    
Um 8:00 Uhr ist die "Nachtruhe" zu Ende, Miklos ist (wieder) wach. Ich lasse Miklos nach draußen, die anderen Drei folgen auf dem Fuß. Im Garten erstmal wieder großes Geknurre von Chacko. Er hält sich Miklos damit in Distanz. Gut, wenn das das Richtige für die beiden ist und es auch beide akzeptieren.

Bolbo mimt erstmal wieder den Spaßvogel mit Spielaufforderungen, Miklos geht nicht darauf ein. Kasha denkt sich: "Sollen die Jungs mal machen."

Wir entscheiden uns, die erste Fütterung zusammen im Hof zu machen. Also ein erstmal eine Riesenschüssel Hundefutter mit Fleisch, Gemüse, Flocken und einem Gelenkmittel für Miklos gemacht und auf vier Schüsseln verteilt. Bin gespannt, wie ich künftig vier Futterschüsseln in den Hof balanciere, während mir Kasha wie wild hinten in die Hacken und Hausschuhe springt. Sie fressen ruhig und ohne Geknurre und Gegrummel. Hubert und mir fällt ein Stein vom Herzen.

Danach habe ich eigentlich das erste Mal Zeit, mit Miklos genauer anzusehen. Miklos ist ein Bild des Jammers. Sein rechtes Hinterbein scheint nahezu ohne Kraft zu sein, er schlenkert es beim Gehen, als ob es nicht zu ihm gehören würde. Der linke Hinterlauf scheint relativ in Ordnung zu sein, dennoch ist Miklos hinten total instabil. Die rechte Hüfte ist gerötet und heiß, scheint entzündet. Seinen linken Vorderlauf schont er zeitweise. Miklos ist total verfilzt, sein Fell hängt in großen schmutzigen Filzplatten. Die letzen 10 cm der Rute sind kahl, ebenso der Schwanzansatz. Überall hat Miklos wunde, schuppige oder verschorfte Stellen. Miklos hat keine Muskulatur. Und Miklos stinkt, es scheint eine Mischung von einem Ungeziefermittel und Schmutz zu sein. Die Ohren scheinen das einzig saubere an Miklos zu sein. Die Zähne sind gut, nur leicht abgeschliffen. Wir schätzen Miklos auf 2 Jahre. So wie Miklos aussieht ist es kein Wunder, dass er sich jeden anderen Hund vom Leib hält. Berührungen im Spiel oder einer Auseinandersetzung sind sicherlich  nur mit großen Schmerzen verbunden. Der arme Schatz.

Ich schneide den gröbsten Filz aus Miklos Fell und wir entschließen uns, doch noch am selben Tag zu unserer Tierärztin Fr. Dr. Halm zu fahren, damit wir sofort die offensichtliche Beeinträchtigung durch diesen Ausschlag/Allergie in den Griff bekommen und der Juckreiz aufhört.

Fr. Dr. Halm diagnostiziert eine hochgradige Flohstichallergie. Welch ein Glück, dass Hubert Miklos auf der Autofahrt ein extrem schnell wirkendes Anti-Flohpräparat gegeben hat und sämtliche Viecher tot sind. Nicht auszudenken, wenn nun alle unsere Fellnasen behandelt werden müssten. Miklos bekommt aufgrund der offenen, entzündeten und teilweise nässenden Stellen ein Antibiotikum, ab Sonntag beginnt die ein erneuter Behandlungsturnus gegen die Flöhe um dem Allergieauslöser die Grundlage zu nehmen. Die Bewegungseinschränkungen der Hüfte und am Vorderlauf müssen erstmal hinten anstehen. Ein Schmerzmittel haben wir mitbekommen, müssen aber die Behandlungen separat voneinander vornehmen, damit wir bei Unverträglichkeiten den Verursacher sofort eruieren können. Miklos wiegt 34 kg. Miklos bekommt ein Antibiotikum gespritzt. 

Anschließend machen wir unseren ersten gemeinsamen Spaziergang. Ich führe Bolbo und Miklos, Hubert Kasha und Chacko läuft wie immer frei. Es klappt prima mit den beiden Jungs nebeneinander. Sie stecken die Köpfe zusammen, wenn es etwas zu erschnüffeln gibt, beobachten Pferde u.s.w., es sind  keine Antipathien festzustellen.

Bei Huberts und meinem Abendessen sind Bolbo und Kasha natürlich dabei, Miklos bleibt draußen bei Chacko. Bolbo kann schon mal zünftig werden, wenn er der Ansicht ist, nur ihm würde ein Stückchen Pizza zustehen. Und wie nicht anders zu erwarten: Bolbo knurrt wie wild durch die Terrassentür, als Miklos klopft. Also essen wir schnell auf, räumen die Reste weg und lassen die Wuffels wieder zusammen. Kein weiteres Gegrummel.   

Abends sind Bolbo und Chacko draußen, Bolbo bellt die Nacht an. Kasha und Miklos sind im Haus. Als sich die Katzen zu uns gesellen wollen, nehmen wir Miklos an die Leine. Er ist einfach zu aufgeregt und hektisch schnell, als daß das ohne Probleme mit den Katzen abgehen würde. Schließlich legt sich Miklos hin, Vroni kommt auf Huberts Schoß und macht es sich gemütlich. Hoffentlich bekommen wir das künftig auch ohne Leine so hin. 

Diese Nacht schläft Hubert mit Miklos unten. Wir anderen 6 machen es uns oben und im Bett gemütlich. Ich habe von vergangener Nacht noch einiges an Schlaf nachzuholen, Hubert sagt, auch Miklos und er haben die Nacht relativ ruhig verbracht.

 

(Berit)

     
Samstag, der 11.10.2008    
Wir schlafen alle bis 9:00 Uhr und erwachen relativ erholt. Das Frühstück läuft wieder unproblematisch ab.  

Die letzen Tage behielten wir die Katzen im Haus um das Kennenlernen unter einigermaßen neutralen Umständen zu ermöglichen. Nun wollen Vroni und Resi wieder raus. Zuerst entfernen wir die Glöckchen von den Katzen-Halsbändern, damit Miklos nicht sofort mitbekommt, wo sich sich aufhalten und die Samtpforten sich unbehelligt bewegen können.  

Miklos begleitet mich in den Garten, um das Katzenklo auszuleeren. Da passiert es: Resi befindet sich außerhalb des Zauns und Miklos gebärdet sich wie wild um zu ihr zu kommen. Resi ist ziemlich angefressen von der Situation: sie plustert sich zu doppelter Größe auf und knurrt wie Chacko am Vortag. Miklos gibt natürlich keine Ruhe, kläfft und beisst in den Zaun. Sind also nicht die besten Vorrausetzungen zum Kennenlernen und ich mache mir große Sorgen, ob wir das hinbekommen werden. Also bringen wir Miklos ins Haus, sammeln Resi ein und bringen sie ebenso ins Haus.

Kurz danach liegen Kasha, Bolbo und Miklos zusammen im Wohnzimmer, während Hubert bastelt.

Resi stolziert herbei, geht am schlafenden Miklos vorbei und stolziert wieder davon. Ihr Blick sagt die ganze Zeit: "trau Du dich nur her". Auch Vroni kommt mal kurz vorbei, schaut sich das aus der Entfernung an und geht wieder auf die Pirsch. Zumindest sind die beiden Katzen-Mädels nicht verschreckt und schmusen trotzdem mit den anderen dreien.   

Der Spaziergang ist wieder unkompliziert und völlig stressfrei. Trotzdem Miklos in einem so untrainierten Zustand ist, macht ihm der Waldspaziergang offensichtlich großen Spaß. Er ist aufgeregt wie ein Welpe und schnuffelt wie ein Wilder.  

Abend ist Miklos platt, die viele Aufregung, das Spazierengehen, das Sich-Arrangieren mit den anderen drei Wuffels, mit uns und den Katzen haben ihn erschöpft. Er schläft tief und fest draußen auf der Terrasse neben Chacko.   

Beim Abendessen gibt's dann nochmals kurz Streß: Hubert und ich tragen die Futterschüsseln mit Bolbo und Kasha im Schlepptau in den Hof und rufen Chacko und Miklos dazu. Miklos kommt mit ordentlich Speed nach vorne gelaufen und rennt dabei Vroni über den Weg, natürlich ist Sofort wieder sein Jagdtrieb da und er möchte Vroni hinterher fetzen. Wir stoppen Miklos und setzen ihm seine Schüssel vor. Miklos tut sich aber sehr schwer mit stillhalten und tänzelt beim Fressen um den Napf herum, rempelt dabei Bolbo an. Und Bolbo ist einfach nur genervt und grummelt warnend aus tiefster Brust. Also rufen wir die Jungs wieder zur Raison. Heute "darf" Hubert, mit Chacko, Bolbo, Kasha und den Katzen oben schlafen. Ich lege mich mit Miklos wieder unten zum Schlafen.

Miklos schläft tief und fest. Er bekommt es noch nicht mal mit, als Vroni um 7:15 Uhr zum Fressen kommt. Vroni prüft Miklos Anwesenheit skeptisch und verzieht sich wieder zu Hubert ins Bett.

(Berit)

     
Sonntag, der 12.10.2008    
 

 

Wir schlafen jetzt leider immer noch getrennt. Die Katzen gehen Miklos aus dem Weg wo sie nur können, sie trauen ihm noch nicht.

Wir füttern alle Hunde im Hof zusammen. Miklos bekommt ab heute sein Futter per Handfütterung. Der junge Mann darf die Schüsseln der anderen Rudelmitglieder unter deren wachsamen und misstrauischen Augen ausschlecken.

Katze Vroni nähert sich Miklos, als ich diesen nach der Fütterung an der Leine halte, und er schnappt nach ihr als sie vor ihm steht. Ein Ruck geht durch Leine und ein lautes deutliches "Miklos, nein!". Vroni reagiert schnell und verzieht sich in den großen Teil des Gartens und schaut von dort aus verdutzt zu uns rüber. Vroni versteht die Welt nicht.

Nach dem Essen ruhen sich die Hunde im Hof aus. Vroni und Resi schleichen sich ins Haus, gehen nach oben zum schlafen. Miklos hat eine Lücke im Rosenbogen entdeckt, welche er geschickt nutzt, um vom kleinen Gartenteil in den großen Gartenteil zu kommen. Wäre er etwas leiser gewesen, hätte ich nicht mitbekommen, wie er sich unter dem Rosenbogen durchquetscht. Die Lücke wird provisorisch, sehr zum Leidwesen von Miklos, geschlossen.

Am Nachmittag wird es etwas hektisch im Garten. Miklos hat Resi entdeckt und jagt sie durch den Garten. Resi fetzt raus aus dem Grundstück, klettert auf einen Baum und knurrt wie eine riesengroße Miezekatze. Miklos wird an die Leine genommen, weggeführt und in den kleinen Gartenteil gebracht. Berit pflückt Resi vom Baum.

Beim anschließenden Spaziergang bei schönen und warmen Herbstwetter verlängern wir die Gassi-Runde von gestern. Miklos läuft gut an der Leine abwechselnd neben Bolbo und Kasha. Er zieht noch immer sehr stark an der Leine und steckt überall neugierig seine Nase hinein. Miklos fühlt sich wohl und kullert im Gras. Nach zwei Stunden Gassigehen ist auch Miklos platt und genießt im Rudel sein Leckerli.

Am Abend bekommen wir aus dem Augenwinkel mit, wie Miklos wieder von Terrasse aufspringt und nach vorne rennt. Ich sehe sofort nach und erkenne, wie Resi auf einen unserer Apfelbäume klettert. Miklos wird eingesammelt und zurück auf die Terrasse gebracht. Anschließend pflücken wir unser Katzenmädel vom Baum und bringen sie ins Haus. Resi macht aber keinen geschockten oder  verschreckten Eindruck, wir haben eher das Gefühl, als ob sie es als eine Art Abendsport gesehen hat.

Miklos bekommt ab heute und für die nächsten 5 Tage sein Antibiotikum und Gelenkmittel ins Futter. Die Behandlung gegen die Flohstichallergie wird vor dem Schlafengehen fortgesetzt.  

Abends nach der Fütterung knallt es zwischen Bolbo und Miklos. Miklos ist nach dem Essen zu nah an Bolbos leere Schüssel herangekommen und hatte dessen Warnung ignoriert. Wir müssen Chacko und Kasha mit Rufen zurückhalten, damit sie nicht eingreifen. Wir kippen Wasser über die Streithansl und werfen Gegenstände zwischen sie, als wir unsere Gelegenheit bekommen, greifen wir zu und trennen Bolbo und Miklos. Miklos knurrt weiter.

Ich suche Bolbo nach evtl. Verletzungen ab und Berit sucht Miklos ab. Zum Glück ist keiner verletzt. Nachdem ich sich die Situation beruhigt hat, führe ich Bolbo, Chacko und Kasha nacheinander ins Haus. Miklos und ich verbringen die Nacht wieder im Parterre. Damit die Katzen ihre Ruhe beim Essen haben, stelle ich in den Durchgang zwischen Küche und Esszimmer Stühle auf. So schön ein Haus mit einem offenen Koch-, Wohn-, Essbereich ist, so nachteilig erweist es sich jetzt: wie haben einfach keine Tür zum Zumachen. Wir müssen uns hier unbedingt etwas einfallen lassen...

Die Nacht verläuft ruhig, Miklos schläft neben mir ruhig ein.

(Hubert)

Montag, der 13.10.2008    

Die Nacht verlief sehr ruhig, Miklos schlief ruhig und träumte. Dadurch, daß ich den Durchgang zwischen Küche und Esszimmer mit Stühlen versperrt habe, konnte Miklos sich zum großen Teil im Parterre frei bewegen und er hätte auch nicht die Gelegenheit gehabt die Katzen zu jagen. Ob heute nach eine Katze bei uns unten war, kann keiner von uns sagen, wenn ja, dann waren sie auf Samtpfoten unterwegs.

Gefrühstückt wurde wieder im Hof. Miklos wird von mir an der Leine gehalten und bekommt Handfütterung durch Berit. Wenn es geht, sollen die Hunde im Rudel zusammen essen, aber unter Aufsicht und Miklos soll von uns gewisse Regeln erhalten. Während Berit und ich frühstücken darf Miklos auch ins Haus kommen. Mit Knurren und energischen Nein versuchen wir die Frechnase vom Tisch fern zu halten.

Kasha und Bolbo waren anwesend, beobachteten Miklos genau und zeigten den jungen Mann die kalte Schulter. Als Bolbo und Miklos im engen Gang sich näher kamen, wedelten beide mit der Rute und wandten sich voneinander ab.

Jeder von uns hat jetzt Leckerlis in den Hosentaschen, damit wir Miklos für gute Arbeit jederzeit belohnen können.

Da Miklos immer sehr hektisch reagiert, wenn er die Katzen durch die Terrassentür sieht, beschließen wir so an Miklos Katzen-"Liebe" zu arbeiten. Berit geht mit Miklos vor die Terrassentür, ich nehme die Katze Resi auf den Arm und gehe vor der Terrassentür auf und ab. Mit einem "Miklos schau" und dem unmittelbar folgenden Leckerli wird Miklos Aufmerksamkeit von Resi abgelenkt. Es klappt recht gut, Miklos reagiert sehr gut auf die Futterbelohnung und kapiert auch, um was es geht. Beim ersten Anzeichen von Jagdverhalten, gibt Berit gibt das Kommando "Nein und setzt notfalls die Wasserpistole ein, wenn er nicht reagiert. Resi krallt sich in meine Schulter fest und knurrt in Richtung Miklos. Die Aktion dauert max. zwei bis drei Minuten. Wir wollen weder Miklos noch Resi stressen.

Anschließend wurde im Haus, Hof und Garten aufgeräumt. Während des Aufräumens konnten wir Kasha dabei beobachten, wie sie versuchte das Provisorium am Rosenbogen zu umgehen und sich einen Weg ins Freie zu erkämpfen. Do Khyi sind wahre Ausbrecherkönige.

Sorry Kasha! Die Lücke wurde professionell zum Nachteil der Do Khyi Ausbrecherkönige geschlossen.

 

Der heutige Spaziergang dauerte 1 3/4 Stunden durch den Wald. Berit ging mit den vieren alleine los. Am Anfang ging es etwas bergauf, aber dies war für Miklos kein Problem. Am Anfang des Spaziergang zog er nicht. Während des Spaziergangs trafen sie auf drei Pferde mit Reiterinnen und passierten diese in 5 Meter Abstand. Miklos blieb stehen, schaute interessiert und zog nicht an der Leine. Berit hatte das Gefühl Miklos kannte dies schon. Auf dem Nachhausweg ging es über eine große Wiese vorbei am Bauern, welcher mit seinem Traktor die Wiese mähte. Miklos zeigte auch hier keinerlei großes Interesse, Hektik oder Panik.

Bei der Leckerliverteilung drängelte sich Miklos wieder vor und zeigte wie ungestüm er ist. Aber es gab keine Probleme. Anschließend verbrachten Bolbo und Miklos gemeinsam die ersten Abendstunden auf der Terrasse. Als ich im Dunkeln an unserer Mauer vor dem Grundstück vorbei ging, bemerkte mich Miklos und schlug sofort als Erster an.

Als ich in den Hof ging, wurde ich von allen Hunden stürmisch begrüßt. Ich begrüßte jeden Hunden nacheinander.

Später liegen Kasha und Miklos im Wohnzimmer, Bolbo und Chacko schieben draußen die Nachtschicht. Da schleicht sich Resi heran, schnuffelt am Kaminholz und ins Wohnzimmer und rollte sich ein wenig auf dem Boden herum. Miklos hat sie voll im Blick und richtet sich auf. Und er bleibt ruhig, prescht nicht nach vorne. Notfalls haben wir Miklos natürlich unter Kontrolle.  Resi ist es dennoch zu unsicher und sie verzieht sich wieder mit einem Katzenbuckel. Als Ausgleich gibt es abends es noch ein großes Gekuschel mit den Katzenmädels

(Hubert

Dienstag, der 14.10.2008    
Diese Nacht war es an mir, bei Miklos im Wohnzimmer zu schlafen. Resi kam gegen 1:00 Uhr zum Fressen in den Küchenbereich und verzog sich dann zu Hubert und den anderen Wuffel nach oben. Miklos bekam das überhaupt nicht mit. Vroni kam dann um kurz nach 7:00 Uhr nach Hause mit einem riesigen Kohldampf. Da  Miklos doch sehr interessiert war und Vroni sich dadurch gestört fühlte, stellt ich Ihr Essen auf die Treppe zum oberen Stockwerk. Sie futterte ordentlich und legte sich dann zu Hubert ins Bett.

Ich stehe mit den Wuffels gegen 9:30 Uhr auf, Hubert schläft noch ein wenig, da er sich eine Erkältung eingefangen hat. Miklos kommt mit den anderen dreien erstmal in den kleinen Garten, damit die Katzenmädels ungestört über ihren Kellereingang nach Hause kommen können. Vroni ist dann gegen 11:00 Uhr zu  Hause und verzieht sich wie gehabt nach oben zum Schlafen.

Wir füttern das Rudel zusammen im Hof, Miklos ein wenig separiert und an der Leine, nicht dass er die anderen beim Fressen stört oder ihnen zu nahe kommt. Miklos wird per Hand gefüttert.

Nach den ersten Erziehungsansätzen bei Miklos am Vortag machen wir hier weiter. Miklos ist sehr gut über Futter motivierbar, wir setzen den Clicker ein. Da klappt bei ihm sehr gut. Die anderen Do Khyi würden uns dabei wohl eher den Vogel zeigen.

Vorrangig üben wir am "Komm her" und "schau". Das "Schau" ist uns deshalb so wichtig, um den nervösen Junior ein wenig auf uns zu konzentrieren und um ihm gegebenenfalls von den Katzen abzulenken. "Komm her" klappt sehr gut.

Damit die Katzen einen anderen Kellereingang bekommen, den sie nicht über den Hof  erreichen müssen, bringen wir dass Kellerfenster für eine neue Katzenklappe zum Glaser und basteln mit allen Wuffels zusammen im Hof eine provisorische  Katzenklappe, um die Fensteröffnung wegen des nun fehlende Fenster zu verschließen.  

Der gemeinsame Spaziergang führt uns wieder durch den Wald. Auf dieser Strecke befindet sich ein kleiner steiler Anstieg. Wir beschließen es einfach, trotz Miklos Hüftproblemen zu versuchen. Notfalls müssen wir ihn eben tragen, das haben wir damals nach Kashas Hüft-OP auch so gehandhabt. Aber Miklos geht das Stück ohne Probleme. Entweder, er ist so kernig oder er ignoriert den Schmerz oder er spürt ihn nicht... Es rumpelt und donnert in der Ferne, Miklos zeigt keine Anzeichen von Angst vor Gewitter. 

Nach dem Spaziergang gibt es Schweineöhrchen für die Wuffels. Miklos drängelt sich wieder vor, um seines vor den anderen zu erhalten. Da aber irrt sich der junge Mann: erst wenn die anderen Drei Ihr Öhrchen haben, bekommt er das seine und er verputzt es genüsslich.

Resi ist Abends immer noch nicht zu Hause und wir beginnen uns Sorgen zu machen, Resi war nie länger als einen halben Tag unterwegs.

Ich ertappe mich bei dem Gedanken, ob es denn sein hat müssen, Miklos in unsere ruhige Familie und Rudel zu holen. Es hat vorher alles wunderbar funktioniert, die Hunde und Katzen haben harmoniert und wir hatten unseren gewohnten ruhigen Tagesablauf. Nun müssen wir wegen Miklos so vieles Umplanen, die Katzen sind vorerst eingeschränkt. Wir müssen immer präsent sein. Ist Resi gegangen, da sie die Situation nicht aushalten wollte? Aber der vergangene Tag war doch sehr harmonisch, Miklos hat Fortschritte auch gegenüber den Katzen gemacht und Resi hat sich selbstbewußt und forsch gezeigt. Kann es sein, dass sie dennoch genug hat? Sie war doch aber bei uns beim Schmusen und hat das ausgenützt. Sie konnte sich frei bewegen, wenn Miklos im kleinen Garten war. Ist ihr etwas passiert?

O Gott, ich mache mir solche Sorgen. Und ich entschuldige mich bei Miklos. Er kann nun am allerwenigsten dafür. Ich bin doch froh, dass er bei uns ist.

Abends regnet es und auch Opa Chacko kommt ins Haus. Alle 4 Wuffels liegen nebeneinander im Wohnzimmer. Es sieht richtig harmonisch aus.

Die nächtliche Fütterung machen wir getrennt. Miklos wird per Hand auf  der Terrasse gefüttert. So werden wir das erstmal beibehalten: Frühstück zusammen und Abendessen im Dunklen getrennt. 

Danach geht es Miklos "an den Kragen": er wird gebadet. Hubert und ich müssen schon einiges an Kraft aufwenden, um ihn in der Dusche zu halten. Es kommt eine grauselig braune Brühe herunter. Das Resultat aber ist super, Miklos stinkt nicht mehr. Hubert schläft wieder unten bei Miklos.

Vroni kommt nachts pitschnass nach Hause. Resi fehlt immer noch. Ich schlafe sehr unruhig und wach immer wieder auf. Es darf doch nicht sein, dass einer kommt und dafür eine andere geht! Das Schicksal darf doch nicht so ungerecht zu uns sein. Warum? Nachts träume ich und spüre ein Gewicht auf den Beinen. Ich wache auf und meine, Resi wäre da, der Platz im Bett ist aber leer. Morgens wache ich auf und bin am heulen. 

     
Mittwoch, der 15.10.2008    

Miklos hat die Nacht mit mir gut verbracht. Ich schlafe etwas unruhig, es regnet draußen und ich hoffe die Katzen kommen beide nach Hause zurück. Vroni erscheint mitten in der Nacht, sie meldet sich durch Mauzen, Miklos erwacht und möchte nachschauen. Ich gehe zur pitschnassen Vroni, sie schmust sich an mich ran und ich entdecke ein Geschenk von ihr. Sie hat uns eine Maus mitgebracht. Ich bedanke mich bei ihr und setze sie ab. Sie schnuffelt interessiert herum und entdeckt das Futter, welches wir auf einer Treppenstufe für die Katzen abgestellt haben. Sie isst gierig und geht dann noch oben zu Berit.

Ich gehe zurück zu Miklos, der mich freudig empfängt und lobe ihn, weil er so brav gewartet hat. Wir schlafen beide wieder ein. Jetzt fehlt nur noch Resi. Berit erzählt mir am Morgen nach dem Erwachen, daß sie Resi im Bett gespürt hätte. Ich tröste meine Frau, auch ich vermisse die Kleine.

Miklos ist während der Futterzubereitung draußen, nur Kasha ist mit in der Küche und beobachtet uns, ob wir alles richtig machen, das Essen reichlich verteilen und nicht die Medikamente vergessen. Mit ihrem typische Herumgehopse, Gefiepse und Bellen begleitet sie uns mit den Schüsseln hinaus. Miklos bekommt wieder aus der Hand gefüttert. Die Fütterung verläuft ruhig und stressfrei, alle essen fein säuberlich auf.

Miklos bekommt auch wieder Antibiotikum und Gelenkmittel ins Futter.

Ich fahre für zwei Stunden zum Einkaufen, besorge Büromaterial und selbstverständlicherweise Hundefutter inkl. Leckerlis. Bei der Rückkehr werde ich von allen Hunden freudig begrüßt. Jeder wird nacheinander gestreichelt und geherzt. Das Hereintragen des Einkaufs wird neugierig von den Fellnasen verfolgt. Es könnte ja was abfallen!

Von Berit erfahre ich, daß Resi bis jetzt immer noch nicht zu Hause war. Auch ich mache mir Sorgen, hoffe aber, unser kleines Mädchen nutzt nur das schöne Wetter für eine ordentliche Tour. Zum Glück ist sie tätowiert und registriert.

Nach einem kleinen Snack rufen wir das Rudel zusammen und gehen spazieren. Heute stellen wir Miklos die Kanal/Waldrunde vor. Ich führe Miklos und merke, daß er nicht mehr so sehr an der Leine zieht. Er darf zusammen mit Bolbo laufen. Als wir an Arbeitern der Alzwerke vorbeigehen, welche gerade den Kanalabfluß von Gestrüpp freischneiden, grummelt nur Kasha und hängt sich etwas in die Leine. Miklos schaut nur kurz interessiert, geht aber ruhig weiter.

Es ist herrliches Wetter, es ist warm und die Sonne scheint. Miklos Stuhlgang enthält heute Würmer. Gut, daß wir Entwurmungsmittel für ihn zu Hause haben. Der Stuhlgang von Chacko, Kasha und Bolbo ist wurmfrei. Aber auch die Drei + Katzen werden wir morgen entwurmen. Der Spaziergang dauert 1,5 Stunden und verlief störungsfrei. Hin und wieder mußten wir auf unseren Senior Chacko warten, weil er meinte etwas länger seine Nase irgendwo reinzustecken. Typisch Paps!

Daheim gab es für alle Hunde wieder Schweineohren als Leckerli, welche mit herzhaften und lautem Schmatzen verdrückt wurden.

Am Abend kam Claudia, eine angehende Tierheilpraktikerin, zu uns. Zuerst wurde Kasha eingehend unter die Lupe genommen, denn unsere Hundedame pischelt sich nach der Kastration nachts hin und wieder ein. Dann kam unser Miklos dran. Er ließ sich von Claudia anfassen und untersuchen. Sie gab uns ein paar Tipps und bestärkte uns in unseren Vorhaben. Claudia schlug uns noch vor, die Bachblüten "Star of Bethlehem", die wir für Kasha besorgt hatten, nun Miklos zu geben.

Abends liegen Bolbo, Kasha und Miklos zusammen. Anschließend ging Bolbo zu seiner Nachtwache und löste somit Chacko ab, der sich verdientermaßen zu uns ins Wohnzimmer gesellte. Als sich Chacko 20 cm neben Miklos legte, ließ Miklos einen zaghaften Grummler los. Chacko ignorierte das Verhalten und machte sich trotzdem neben Miklos breit.

Nachts schlief Miklos zum ersten Mal allein im Parterre. Wie gesagt, kann Miklos wegen seiner Hüfte und mangelnder Muskulatur weder die Treppen rauf noch runter gehen.

Endlich schliefen Berit und ich wieder zusammen in einem Bett. Nachts wachte ich ein paar Mal auf und schaute nach, ob Resi da war.

(Hubert)

     
Donnerstag, der 16.10. bis Samstag, der 18.10.2008    

Also Leute, jetzt bin ich schon fast eineinhalb Wochen bei meiner neuen Familie und muss mich nun endlich auch mal zu Wort melden.

Die ersten Meinungsverschiedenheiten mit Chacko und Bolbo haben wir beigelegt, wir sind ja schließlich Do Khyi Gentlemen. Bringt ja auch nix, sich zu zoffen. Zum einen komm ich gegen Bolbos Kampfgewicht von 49 kg eh nicht an, zum anderen möchte ich ja vor Kasha einen guten Eindruck machen. Übrigens, die Kasha, die ist schon eine tolle Maus. Ihr solltet mal sehen, wenn die mit ihrem Popo wackelt, da wird jeder Do Khyi Rüde schwach. Mit der Kasha bin ich ja am vergangenen Sonntag für meine Familie Semmeln holen gefahren. Meine ersten Minuten allein mit der Klasse Maus.

Vorgestern hat der Tag wieder ruhig angefangen. Ich schlafe ja alleine im unteren Stockwerk. Schon schade, dass mein Herrchen nachts nicht mit mir kuschelt. Aber das mit dem Treppensteigen geht einfach noch nicht. Also wir haben zusammen gefrühstückt, hab' ein Mittagsschläfchen gehalten und dann hatten wir einen Termin bei der Tierärztin Dr. Halm. 

Zum Glück hat mich der Bolbo im Auto begleitet (ja, Ihr seht schon, es klappt schon ganz gut mit uns zwei Rüdis), der kennt sich schon wesentlich besser aus, mit Tierärzten.

Dr. Halm hat mich wieder untersucht. Die Flohstichallergie ist viel besser geworden und ich kratze und knabbere nicht mehr so viel an mir rum. Im linken Vorderlauf habe ich wohl eine Arthrose, das Gelenk ist geschwollen. Und in meiner rechten Hüfte knackt und knirscht es. Die ist kaputt, aber wir werden das alles genauer ansehen, wenn ich Muckis aufgebaut habe und dann demnächst geröntgt werde. Ich habe schon zugenommen und wiege jetzt 35 kg. Das Futter ist einfach zu lecker.

Auf unserem Waldspaziergang hat es wieder gewittert und ein Reh hat uns beobachtet. Das soll sich mal vorsehen, nicht dass ich es mal "beobachte", wenn ich wieder laufen kann.

Abends waren wir Wuffels alle im Haus, da es wieder ordentlich gepischelt hat. Die Vroni hat uns dann besucht, die hatte bei dem Wetter auch keine Lust auf's Jagen. Herrchen hat mit Vroni vor dem warmen Ofen gekuschelt und ich habe mir das dann aus ein wenig Entfernung angeguckt.  Immer wenn die Vroni um die Ecke verschwunden ist, wollte ich hinterher. Frauchen aber hat mich mit einem Leckerli zurückgehalten. Das ging dann so ca. 2 Stunden, dann hat es zu Regnen aufgehört und die Vroni ist abgedüst.

Gestern Nachmittag waren Kasha, Bolbo, meine 2 Menschen und ich dann beim Einkaufen im Futterladen "Hund und Katz".

Wir haben für einen Monat Fressi gekauft: 35 kg Fleisch, 120 Schweineohren (das ganze andere Zeugs wie Trockenfutter, Flocken, Pansensticks, Rinti-Dosen, Übungsleckerlis, Gemüse u.s.w. haben wir schon alles zu Hause). Da wir ja ganz nette Wuffels sind, haben wir natürlich auch Katzenfutter mitgenommen. Herrchen wollte mit schon so ein Geschirr mit einem Klettabzeichen  "Azubi" kaufen aber das Frauchen hat ihn abgehalten. Wir haben ja schon meine eigene Leine und Adressanhänger bestellt und ich hoffe, dass ich bald ein Päckchen bekomme.

Nachdem wir zu Hause den Großeinkauf verstaut hatten, haben meine Menschen uns alle 4 in's Auto gepackt und wir sind abgedüst zum Waldlehrpfad. War schon sehr ungewohnt, mit den andere dreien im Auto. Aber nach dem Motto "Mittendrin statt nur dabei" habe ich das supergut hinbekommen. Beim Spaziergang hat es dann total laut gekracht, Herrchen meinte das waren Böller vom nahe gelegenen Schießstand. Nun, Angst hatten wir natürlich alle vier nicht, wir sind tapfer weiter marschiert.

Nachts hat der Bolbo Nachtschicht geschoben, der bellt dann stundenlang den Mond an. Ich hab's mir natürlich wieder drinnen gemütlich gemacht. Wir haben Star Wars geguckt und meine Menschen haben immer Witze gemacht, dass Kasha den Darth Vader synchronisiert hat. Versteh' ich gar nicht, das schnorcheln von Kasha hört sich doch total niedlich an.  

Heute haben wir erstmal ein wenig im Haus gebastelt. Die Menschen können froh sein, einen so tollen Handwerker im Haus zu haben. 

Und dann haben wir einen Ausflug gemacht bei schönsten Herbstwetter.

Die Autofahrt war ganz OK, es ist genügend Platz auch für längere Fahrten im Auto. Wir haben uns dann alle so sortiert und Frauchen meinte, da passt ja noch ein Do Khyi rein. Die spinnt wohl! Schließlich will ich noch ein paar Kilos zunehmen, nicht dass es dann zu eng wird.

Wir sind toll spazieren gegangen, haben die Nasen bei leckeren Gerüchen zusammengesteckt, Pferde angeguckt, und die Aussicht genossen.

Ich habe mich total wohl gefühlt! So wohl, dass ich  vor Bolbo rumgekullert bin.

Jetzt bin ich total geschafft. Ich habe die letzten Tage ganz schön viele Eindrucke gesammelt und ich habe das Gefühl, dass ich mich gut einlebe. Ach ja, ich bedanke mich noch für die vielen mails, Gästebucheinträge und Posts im Forum. Ist echt nett, wenn Ihr Euch so um mich kümmert.

Schaut wieder rein, Euer Miklos vom Alztal 

     
Sonntag, der 19.10.2008    

Mitten in der Nacht schlug Bolbo an, weil ein Fahrzeug in unserer Einfahrt stand. Miklos bellte motiviert mit. Nach getaner Arbeit schliefen unsere beiden Wächter weiter.

Nach dem Frühstück ging es in den großen Garten zum Laub rechen. Die Do Khyi haben das getan, was sie am besten können. Frauchen und Herrchen zu bewachen und aufpassen, damit alles ordentlich gemacht wird. Chacko verzog sich so rasch wie möglich, er kann uns bei der Arbeit nicht zuschauen. Nacheinander verzogen sich dann auch Bolbo und Kasha auf die Terrasse. Ein Paar Pfoten mehr hätten nicht geschadet, da ich immer noch stark erkältet war. Hin und wieder kam Miklos zu uns gelaufen und half auch etwas. Dank seiner Hilfe konnten einige gut platzierte und versteckte Tretminen entdeckt werden.

Miklos lag im Hof und sonnte sich. Irgendwann tauchte auch mal wieder Kasha, dann Bolbo und zum Schluß Chacko auf. Kein Wunder, der Großteil der Arbeit war ja schon getan. Katze Vroni schlief derweil im Haus. Die vier Hunde bildeten einen schönen, engen und harmonischen Kreis.

Bolbo forderte Miklos zum Spielen auf und Miklos ging darauf ein. Es war schön anzuschauen, wie Bolbo sich viel Mühe gab, hin und wieder einen strengen Blick auflegte und so Miklos in seine "Schranken" wies. Miklos versuchte ab und zu bei Bolbo aufzureiten, wurde jedoch durch ein lautes und deutliches "Ab" von Berit unterbunden.

Bolbo schnuffelte Miklos einmal sehr lange ab, besonders die verletzten Stellen. Das Aua an der Schnauze wurde von Bolbo abgeschleckt. Es steckt ein kleiner Sanitäter in ihm. Miklos stand ruhig da und ließ Bolbo gewähren.

Bevor wir zum Spazierengehen aufbrachen, forderte Chacko Bolbo zum Spielen auf und anschließend Miklos. Miklos ging nicht auf die Spielaufforderung ein. Es lag wohl daran, daß alle auf die Piste gehen wollten. Wenn es zum Gartentor geht, laufen Bolbo und Miklos um die Wette.

Als wir nach 1 Stunde Spaziergang nach Hause kamen, gab es für die Hunde als Leckerli ihr beliebtes Schweineohr. Während Chacko, Kasha und Miklos gierig ihre Ohren annahmen, mußte man Bolbo fast dazu zwingen sein Ohr anzunehmen. Alle knabberten an ihrem Ohr, als Bolbo plötzlich zu Bellen anfing. Er hatte Vroni, unsere Katze, an der Gartentür entdeckt. Vroni kam in den Hof und begrüßte Bolbo.

Miklos wurde von Berit an die Leine genommen. Vroni ging in den Garten und beobachte von dort aus Miklos. Der junge Mann kommt ihr noch etwas suspekt vor. Ich gesellte mich zu Vroni in den Garten. Miklos sieht die Katze und wird von Berit zurückgehalten und muß sich dabei hin und wieder ein geknurrtes Nein anhören.

Nach 5 Minuten wird Miklos in den kleinen Garten hinter den Haus gebracht, Kasha gesellte sich zu ihm. Vroni soll die Möglichkeit haben in ihrem Revier sich frei zu bewegen. Später kommt die Katze ins Haus, die Hunde bleiben alle draußen, bis Vroni wieder auf Nachtstreife geht.

Wir hoffen, daß sein Umgang mit den eigenen Katzen besser wird und daß Resi wieder nach Hause kommt.

Miklos liegt im Hof noch immer abseits von den anderen Jungs, aber wir sind guter Dinge, daß er sich gut entwickeln und ins Rudel integrieren wird. Beim Aufpassen ist er auch schon aktiv im Rudel und bellt fleißig mit.

(Hubert)

     
Montag, der 20.10.2008    
Tja, der Miklos...da setzen mir meine Leute doch tatsächlich einen neuen Do Khyi Rüden vor die Nase. Ob ich das toll finde? Na ja, an Anfang hat mich das schon ein wenig genervt, vor allem, dass der Miklos nicht sofort am ersten Tag mich als seinen neuen Chef akzeptiert hat. Und dass der Jungspund einfach an meinen Napf will, ohne dass ich ganz aufgegessen hatte, war einfach zu dreist. Aber mit ein paar Backpfeifen hatten wir beide das geklärt. Der ist ja lernfähig, der Miklos.

Mit meiner Strategie der anfänglichen Ignoranz hab ich es super geschafft, die Anfangszeit de-eskalierend zu gestalten.

Mittlerweile kommen wir Jungs echt gut miteinander aus. Heute hat mich Miklos zum Spielen aufgefordert und ich ließ mich nicht lumpen und ging natürlich darauf ein. Wir beiden Jungs sind dann ein wenig über den Hof gefetzt. Miklos hat wieder versucht., bei mir aufzureiten aber mit einem eleganten Hüftschwung hab ich die Aktion pariert. Bin ja schließlich jahrelang in  Papa Chackos Lehre gegangen und bin Meister in tibetischen Do Khyi Kampfsportarten und Meditationstechniken. Mein abendliches Bellen ist nämlich Meditation und ich kann dabei super vom Streß des Tages abschalten - gell Miklos.

Miklos hat heute ein Päckchen bekommen mit seiner neuen Leine und persönlichen Dog-Tags. Jetzt ist er fast so gut ausgerüstet wie wir. Was ihm noch fehlt, ist ein Ausgehhalsband, aber so wie ich meine Leute kenne, wird er das auch bald haben. Muß ja gut aussehen neben uns, der Junge.

Am Nachmittag stand wieder einmal ein Tierarztbesuch auf den Programm. Ich war ja noch nie krank aber der Miklos tut mir da schon ganz schön leid, der hat's ja noch schlimmer erwischt als die Kasha. Jetzt haben wir zwei Humpelbeine in der Familie. Aber der heutige Tierarztbesuch war für einen Rüden noch etwas heikler. Die Frauchen hat nämlich gestern abends an Miklos Weichteilen (ähem: Hodensack) noch einen Faden gefunden. Den hatten die Superdödel in Ungarn einfach vergessen! Die Tierärztin hat den Faden dann einfach entfernt und meinen Menschen noch ein tolles Mittel gegen Miklos Hautprobleme mitgegeben. Was bin ich froh, dass mir diese OP mit der Entmannung nicht droht. Auch wenn meine Menschen manchmal damit drohen, wen ich wieder frech war.    

Zugenommen hat Miklos auch wieder ein wenig. Der muß ja ganz schlank bleiben, wegen der Hüftgeschichte. Aber ein paar Pfunde mehr würden ihm schon gut tun. Frauchen meinte, dass der Miklos nächstes Jahr auch ein richtig hübscher Do Khyi sein wird mit schönem, dichten Fell. Mal sehen.

Danach sind wir wieder zusammen spazieren gegangen, Ob der Miklos jemals so viel spazieren war? Der erzählt ja nix von früher. Vielleicht war das früher bei ihm auch nicht so toll, ich glaub, ich mag das gar nicht wissen. Ist halt was anderes, wenn man von Anfang an Streicheleinheiten, Fressi, Auslauf u.s.w. bekommt und viele gute Hundekumpels hat. Aber der Miklos, der lebt sich hier gut ein, ich zeig dem alles und werde ihm auch meine Kumpels vorstellen. Ich glaub', das wird ihm gefallen.

Morgen machen wir einen Ausflug an den Chiemsee. Wir melden uns dann wieder bei Euch.

Servus und Wuff, Euer Bolbo   

     
Dienstag, der 21.10.2008    

Hallo Leute, heute meldet sich mal die Kasha zu Wort. Wuff und Servus miteinander. Gestern morgen ging Herrchen vor dem Frühstück raus zu uns Hunden in den Hof und schmuste mit jeden von uns. Als Hubert dann zu Bolbo ging und ihn herzte kam Miklos hinzu. Bolbo warf Miklos einen strengen Blick zu, Herrchen hat sofort verstanden, daß sich eine Spannung zwischen den Jungs aufbaute und ging von Bolbo weg. Bolbos Blick war immer noch sehr streng in Richtung Miklos, es gab ein kurzes Brummen und dann ging Miklos auf Bolbo los. Die Jungs haben sich ordentlich gezofft, aber nicht so heftig wie beim letzten Mal. Ich stand in sicherer Entfernung, Chacko versteckte sich hinter einen Apfelbaum. Nach dem Streit wurden die Jungs getrennt. Tja, der Miklos war wohl eifersüchtig auf Bolbo, weil dieser mit Herrchen schmuste. Der Hubert gehört uns allen und nicht nur einem allein. Ich denke, das muß der Jungspund noch lernen.

Nach dem Frühstück fuhren wir alle in Richtung Chiemsee. Die Jungs gaben Ruhe im Auto und vertrugen sich ganz doll. Wenn der Miklos nicht immer so rumzappeln würde im Auto. Bei Truchtlaching eroberten wir eine frühmitteralterliche Fluchtburg und suchten anschließend die Keltenschanze auf. Es war quasi ein Bildungsspaziergang.

Danach fuhren wir nach Seebruck am Chiemsee und wollten ins Römermuseum in Seebruck, welches leider zu hatte. Macht nix, wir sind dann runter zum Chiemsee gedupfelt und haben gepitschelt.

Die Rückfahrt verlief ruhig und harmonisch, war ja auch kein Wunder, alle waren platt vom Spaziergang. Das Wetter war fantastisch, die Sonne schien und es waren so um die 21 Grad.

Hier seht Ihr uns drei Black and Tans: Chacko, meine Hübschlichkeit und Miklos

.

 

Nach dem Öhrchenvesper haben wir Hof gedöst und dann sind wir alle ins Haus gegangen. Bolbo lag oben auf dem Sofa und Miklos legte sich vor ihn hin. Bolbo lag entspannt auf der Couch und hatte die Augen entspannt geschlossen. Dann fing Miklos mit seiner Putzorgie an. Bolbo fand das gar nicht lustig, er wollte seine Ruhe haben. Aber Miklos mußte herumpoltern und Bolbo ständig anschaun. Dann ist dem Bolbo der Geduldsfaden gerissen und er hat mit einem Grummeln Miklos zur Ruhe aufgefordert.

Naja, der junge Hupfer mußte natürlich zurückmosern. Und die Jungs fingen mal wieder an herum zu geifern und zu wichteln. Schwubdiewubs wurden die Burschen getrennt und Miklos mußte an die frische Luft. Bolbo legte sich dann vor den Kamin und war ordentlich angefressen.

Später haben wir Miklos wieder ins Haus gelassen, Frauchen und Herrchen haben darauf geachtet, daß die Jungs sich nicht anschauen konnten. Dann konnte ich in Ruhe endlich Doctor House genießen.

So sans halt de Mannsbilder!

Gruß und Wuff Eure Kasha
     
Mittwoch, der 22.10 bis  Freitag, der 24.10.2008    

Der Mittwoch war so gesehen ein ruhiger Tag für die Hunde. Man ruhte sich aus und ließ sich verwöhnen. Am Abend war für Miklos Premiere auf dem Hundeplatz des Hundesportvereins Inn-Salzach e. V.

Jeder war neugierig und wollte viel über Miklos wissen. Nachdem der Wissensdurst gestillt wurde, durften Miklos und Bolbo im Wechsel mit Berit und mir eine Stunde lang mitmachen. Miklos zeigte, wie interessiert und gelehrsam er war. Er brauchte nur die Übungen machen, die ihn nicht körperlich überforderten. Sitz und Platz brauchte er auf Grund seiner Hüfte nicht machen. Sinn und Zweck der Trainingsstunde ist, daß unsere Hunde mit anderen Hunden zusammen sind. Man merkt, daß der Sozialkontakt mit ihren Artgenossen ihnen gut tut.

Am Donnerstag waren es schon 14 Tage seit Miklos bei uns ist. Es wird mit ihm geübt, geschmust und gelebt. Wir haben den Eindruck, daß die Zeit bei uns ihm schon sehr gut tut. Die Beiß- und Nageattacken an seinem Körper haben schon einigermaßen nachgelassen. Seine äußerlichen Wunden verheilen gut, sein Fell und seine Muskeln wachsen, er zeigt mehr Lebensfreude und gliedert sich langsam aber sicher in das Familien- und Rudelleben ein.

Miklos paßt zusammen mit Chacko, Bolbo und Kasha auf. Wenn ich mit Bolbo schmuse bleibt Miklos auf Distanz, er hat aus der letzten Auseinandersetzung seine Lehre gezogen. Tägliches Üben mit Leckerlis und Klicker gefallen ihm und kommen gut an.

Heute am Freitag war Miklos zusammen mit seinem Rudel ca. 4 Stunden alleine im Garten und sie haben auf das Haus und Grundstück aufgepaßt. Wir waren unterwegs, die Suchplakate für Resi aufzuhängen. Als wir zurück kamen wurden wir freudig begrüßt. Heute haben die Jungs zusammen gespielt. Man merkt aber, daß Miklos noch sehr gerne seine Kräfte messen möchte. Immer wenn Bolbo mit Chacko gespielt hat, ist Miklos mit eingestiegen und hat Bolbo ins Fell gezwickt. Es verlief dennoch alles sehr ruhig und gelassen.

(Hubert)

     

Samstag, der 25.10 bis  Montag, der 27.10.2008 ....  

Hallo zusammen! Vom Wochenende gibt es nicht viel zu berichten. Miklos lebt sich immer mehr ein und zwischen den Jungs funktioniert es auch auf engem Raum sehr gut. Am Samstag war Claudia wieder da, sie ist eine angehende Tierheilpraktikerin und hat sich den Miklos noch mal angeschaut. Wegen mir ist sie auch gekommen, aber momentan läuft mit meiner Gesundheit alles sehr gut. Klar die letzten Wochen waren etwas stressig und aufregend, seit der Miklos bei uns ist, aber da müssen wir alle durch.

Miklos geht jetzt immer brav auf seinen Platz, welcher ihm zugewiesen wurde, bzw. sucht ihn dann selber auf.. Auch ist er sehr viel bei uns anderen Hunden im Garten. Das ist schön, denn so kommen wir uns näher. Er freut sich immer riesig, wenn Frauchen und Herrchen vom Einkaufen oder sonstigen Erledigungen zurück kommen.

Am Wochenende und Montag lag der Schwerpunkt in der Eingewöhnungs- und Erziehungsphase bei den Katzen. Resi ist leider immer noch nicht unterwegs, gemeldet hat sich auch bis heute niemand bei uns, obwohl Frauchen und Herrchen viele Suchplakate aufgehängt haben. Für das Katzen-Angewöhnungs-Eingewöhnungs-Training mußte ein bißchen die Vroni herhalten.

Da die Tage jetzt kälter und nasser werden, bleibt Vroni jetzt immer länger zu Hause, bevor sie auf Nachtpatrouille geht. Übrigens, auch Vroni bekam ein ausführliches Training für ihre neue Katzenklappe. Auch eine Katze muß lernen!

Immer wenn Vroni kam, setzte sich Frauchen oder Herrchen zu Miklos und gaben ihn ein Leckerli, wenn er in Richtung Katze Vroni schaute. Dies lief bis jetzt sehr gut. Miklos blieb dann auf seinem Platz und Vroni suchte sich im Wohn- oder Eßzimmer einer ruhige und sichere Ecke. Damit Vroni nicht immer gleich davon fetzt, wenn sie Miklos sieht, wurde eine große Malz- und Vitamintube besorgt. Gestern lag Vroni während des Abends entspannt neben Herrchen auf dem Sofa, während Miklos auf seinen Platz lag.

Wie es sich gehört, habe ich als Katzenmama das Training überwacht und darauf geachtet, daß der junge Mann sich nicht daneben benimmt. Ich gebe zu, auch ich habe das eine oder andere Leckerli abgestaubt. Wer kann schon meinem Mädchencharm widerstehen.

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen meines Rudels und meiner Zweibeiner recht herzlich nochmals bei allen lieben E-Mails und Posts in verschiedenen Foren bedanken.

Wuff, Servus, Namaste ani Tashi Deleh Eure Kasha

 
Dienstag, der 28.10 bis  Mittwoch, der 29.10.2008    

Am Dienstag durfte Miklos zum ersten Mal erleben wie bei uns zu Hause gewerkelt wird. Während Chacko, Kasha und Bolbo die Flucht in den Garten vorzogen, lag Miklos gemütlich im Wohnzimmer und fühlte sich nicht gestört durch die Bohr- und Hammergeräusche aus dem Arbeitszimmer.

Am Abend schaute Claudia mal kurz vorbei, weil sie für unseren momentan gestressten Bolbo Bachblüten vorbei brachte. Während der stürmischen Begrüßung durch die Hunde ließ es sich Miklos nicht nehmen, Bolbo in den Hintern zu zwicken. Bolbo war daraufhin verständlicherweise etwas sauer und warf Miklos entsprechend Blicke zu. Damit es nicht zu einer Eskalation kam wurden die Burschen dann getrennt.

Während der Schlafenszeit versuchte Miklos unser Herz durch Fiepen und Heulen zu erweichen. Nach klaren und deutlichen Worten von mir, gab er schließlich Ruhe.

Heute am Mittwoch, war für Berit leider der Urlaub zu Ende und Miklos konnte miterleben, wie ein Arbeitstag eines Familienmitglieds abläuft. Er durfte mit mir Berit zum Bahnhof fahren. Premiere Nr. 1 für mich, alle Hunde zu füttern, ohne daß es zu Reibereien kommt und ohne daß es Kasha schafft mich mit vier vollen Futterschüssel zum stürzen zu bringen. Die Fütterung verlief reibungslos in gewohnter Art und Weise.

Anschließend machten wir uns fertig für meinen Arztbesuch. Ich entschloß mich alle Hunde mit zu nehmen.

Während den 90 Minuten, die ich in Behandlung war, waren die Hunde alleine im Auto. Als ich zurück kam, saß Bolbo auf dem Fahrersitz. Er hatte sich unter das Absperrgitter durchgequetscht, weil er vorne seine Ruhe hat. Ansonsten war die Lage ruhig und entspannt im Auto. Bolbo ging dann als er mich sah auf dem selben Weg zurück in den Hunde-Fahrgast-Raum.

Heute war für mich auch dann Spaziergang Premiere. Ich ging mit vier Hunden Gassi. Chacko kann ich Gott sei Dank von der Leine lassen, er dupfelt uns in seiner ruhigen und gemütlichen Art hinterher. Hin und wieder haben die anderen drei es geschafft mich mit Charme und Leine einzuwickeln. Bolbo will da schnüffeln, Miklos woanders, dann läuft Kasha auch noch woanders hin, dann stecken sie mal ihre Köpfe alle zusammen, .....

Daheim angekommen gab es ein tolles Leckerli und für Miklos eine Überraschung. Der Paketdienst brachte ihm ein neues Halsband, Marke und Klicker. Später kamen Miklos und Kasha ins Haus. Vroni erschien irgendwann einmal und aß. Ich hörte wie ihre Adressbombe gegen die Futterschüssel schlug. Miklos und Kasha bekamen nichts mit. Es lief im Hintergrund der Radio. Erst als ich im Dunkeln in Richtung essender Vroni ging, bemerkte Miklos erst die Anwesenheit der Katze uns stürmte nach vorne. Vroni verzog sich und fauchte Miklos einmal kräftig an. Ich konnte den jungen Mann zurückhalten, die Katze ging nach oben.

Ich muß zugeben, ich war etwas zu selbstsicher. Die Dunkelheit und die Musik gaben mir und Vroni die Sicherheit, Hoffnung und die nötige Deckung dass Miklos nichts merken würde. Nur weil ich in Richtung Küche ging, schaute mir Miklos nach und nahm dann Vroni wahr.

Miklos ging dann auf mein Geheiß zurück auf seinen Platz und wir übten zusammen. Vroni bekam später Zimmerservice. Leckeres Essen und viel Malzpaste halfen die Aufregung zu vergessen. Später kam Vroni dann im Schutze der Dunkelheit nach unten und spechtete um die Ecke. Als sie dann Chacko, Kasha und Miklos sah, verzog die Katze sich wieder nach oben in Bolbos Korb.

Als Miklos und ich Berit vom Bahnhof abholten, freute sich der junge Mann riesig sein Frauchen zu sehen. Und wieder gab es eine Überraschung: Berit brachte Miklos eine große, dicke Filzunterlage mit, welche dem jungen Mann als sein eigener und ganz persönlicher Schlafplatz dienen soll.

(Hubert)

 
Donnerstag, der 30.10. bis  Samstag, der 01.11.2008    

Miklos ist jetzt schon drei Wochen bei uns und man merkt die ersten und guten Fortschritte. An den kahlen Stellen, insbesondere die Schwanzspitze, wächst das Fell sehr gut nach. Allgemein hat sich sein Fell verändert. Es ist nicht mehr so schuppig, riecht anders und die Struktur hat sich verändert.

Arbeiten und Lärm im Haus, wie zum Beispiel Staubsaugen, Hämmern, Bohren, Scheppern in der Küche stören ihn nicht. Wir haben das Gefühl, all dies kennt er schon aus seiner Vergangenheit. Auch sind wir überrascht, wie stubenrein Miklos ist. Wenn er draußen mit seinen Rudel sich im Hof und Garten aufhält, kann man beobachten, wie er sich gerne in die Sonne liegt, schnuffelnd durch den Garten streift und mit bellt, wenn die anderen bellen.

Im Haus bewegen sich die Hunde zusammen sehr gut. Die Jungs gehen aneinander vorbei, ohne daß es zu Reibereien und Spannungen kommt, im Wohnzimmer liegen sie dann zusammen. Liegt ein Hund im Weg, geht der andere Hund ohne Probleme, auch sehr nah, an ihm vorbei.

Das Nagen hat sich fast eingestellt. Hin und wieder nagt Miklos noch an einigen Stellen, läßt aber nach. Sein Appetit ist nach wie vor sehr groß, er frißt gut und auch alles was man ihm anbietet. Wir verbrauchen am Tag für vier Hunde 1 kg Fleisch, Gemüse, ca. 1 kg Flocken/Reis/Nudeln/Kartoffeln, 4 Schweineohren, ca. 1 kg Trockenfutter vermischt mit ca. 600 gr. Dose (Chacko mag nur das Trockenfutter abends mit Dosensoße). Das Menü wechselt natürlich täglich.

Beim Gassigehen zieht Miklos noch etwas, insbesonders dann, wenn der junge Mann Wildgeruch in der Nase hat. Ansonsten läßt er sich leicht händeln. Er gehorcht gut auf die Kommandos "Nein", "Ab" und "Komm her!", nimmt unser Knurren ernst und folgt auch sehr gut. Gearbeitet wird mit Klicker und viel Leckerlis. Wenn er ins Haus kommt geht er brav auf seinen Platz, sucht sich aber dennoch hin und wieder ein Wechselplätzchen.

Am Freitag hat uns Miklos eine Lücke in unserer Einfriedung gezeigt. Eine Stelle die wir kannten, die anderen aber nie nutzten. Der junge Mann nutzte die Lücke hinter der Terrasse geschickt ohne Probleme. Selbstverständlicherweise wurde diese dann umgehend geschlossen. Abends war Vroni bei uns im Wohnzimmer und wir übten zusammen mit Katze und Miklos. Jedes Mal wenn Miklos Vroni ansah gab es Leckerli inkl. Klicker-Klick.

Bolbo hat gestern am Samstag während des Spaziergangs immer wieder an Miklos Geschlecht herum geschleckt und versucht Miklos aufzureiten. Miklos fand dies gar nicht amüsant und verwarnte Bolbo mit Knurren und Kläfflauten. Naja, Bolbo hat es momentan nicht leicht, da in unserer Umgebung wohl sehr viele Hündinnen läufig sind.

Als abends Berit von der Arbeit nach Hause kam, freute sich Miklos wie die anderen Hunde im Rudel sehr, gab ein Küßchen und sprang herum. Bolbo versuchte die gute Stimmung auszunutzen, indem er Miklos durch deutliche Spielaufforderungsgesten zum Spielen zu animieren versuchte. Miklos ging leider darauf nicht so richtig ein. Auch denken wir, daß die Spielaufforderung nur Mittel zum Zweck war, den Bolbo versuchte auch wieder Anstalten zum Aufreiten zu machen.

Tashi Deleh Hubert

 
Sonntag, der 02.11.2008    

Hi Leute, für heute gibt es nicht viel zu berichten. Die Sonne schien bei uns und die Temperaturen waren recht angenehm, so daß wir DoKhyis uns entschlossen Siesta im Hof zu halten, bis dann Herrchen irgendwann mal auftauchte und fragte: "Wer hat Lust auf Tretminensuche?". Wie, was, am Sonntag arbeiten? Nix da! Wer suchet der findet, kannst ja gleich nebenbei etwas Laub rechen. Viel Spaß Herrchen! Wie heißt es so schön, in der Ruhe liegt die Kraft.

 

Irgendwann kam Herrchen wieder angetabst und fragte uns, ob wir Miklos in die Aufgaben des Pfeile-Such-Hundes eingewiesen hätten.

Och nö! Daß heißt, Herrchen will Bogenschießen. Na dann Augen und Ohren zu, Schnarchplatte auflegen und weiter dösen.

Naja, heute hat er wenigstens alles getroffen. Es war kein "Sackelzement" (bayr. Ausdruck) zu hören. Ich verzog mich mal auf die Terrasse, bis ich das Klingeln von Hundemarken und "Chacko" hörte. Aha, hab' ich mir gedacht, wir gehen endlich los.

Die Kasha, unser Püppchen, hatte heute keinen Bock auf Spazierengehen und legte sich demonstrativ hin als wir Männer durch das Gartentor gingen. "Bleibst halt dahoam!" hat Herrchen gesagt und dann zogen wir los. Unterwegs trafen wir einen Reiter mit zwei Hunden, Herrchen unterhielt sich mit dem Reiter und später durften ein paar Rehe auf einer großen Wiese beobachten. Herrchen hat für solche Fälle ein Fernglas mit dabei und nimmt sich auch extra viel Zeit. Verbesserungsvorschlag hier an dieser Stelle: Brotzeit mitnehmen!

Kurz bevor wir zu Hause eintrafen, hörten wir unsere Kasha heulen. Die Kleine hat eine schöne Stimme, daß muß man schon sagen. Die Heimkehrer wurden herzlich von Kasha begrüßt und bekamen Küßchen. Herrchen lobte sie noch, weil sie so brav und fleißig aufgepasst hat.

Herrchen versuchte dann Miklos und Bolbo zum Spielen zu animieren, was auch ein bißchen klappte. Die beiden Jungspunde kommen sich langsam näher und beschnuffeln sich jetzt auch schon länger.

Wuff und Servus Chacko

 
Montag, der 03.11.2008    

Viele Worte muß man nicht sagen,

sondern einfach nur das Bild anschaun.

Hier liegt ein prachtvoller Bursche

und genießt sein Leben.

(Hubert)

Donnerstag, der 6.11.2008
Irgendwie gibt es gar nicht so viele Neuigkeiten zu berichten. Das zwischen den vier Wuffels spielt sich so langsam auch ganz  unspektakulär ein.

Zwischen Kasha und Miklos gibt es von vorneherein keine Probleme. Sie akzeptiert es sogar, wenn Miklos beim Futtermachen in der Küche anwesend ist und er erträgt es, wenn Kasha anschließend wie von Sinnen durch die Gegend hüpft, kläfft und die Jungs versucht zu zwicken.
Chacko und Miklos scheint hauptsächlich eine Beziehung auf Distanz zu sein - keiner kümmert sich wirklich um den anderen.

Zwischen Bolbo und Miklos ist auch Ruhe eingekehrt, es kam zu keinen weiteren Rangeleien oder Streitereien. Bolbo stand ja Anfangs ziemlich unter Strom und war permanent präsent um Miklos zu überwachen. Wir haben dann auch Bolbo Bachblüten gegeben (Miklos wird ja nach wie vor homöopathisch behandelt) und ich habe den Eindruck, das hat Bolbo sehr geholfen. Zur Zeit findet Bolbo immer mehr Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und kann z.B. auch in Miklos Gegenwart tief schlafen; er wird nicht mehr sauer, wenn Miklos wie eine wilde Hummel durchs Haus fetzt oder Putzattacken auslebt. Die letzte ein wenig brenzlige Situation war, als unsere Homöopathin bei uns war und Bolbo begrüßte: Miklos hat Bolbo dabei in den Hintern gezwickt und Bolbo fand das natürlich gar nicht lustig.

Apropos Putzattacken: das Kratzen hat fast vollständig aufgehört, die geröteten und suppenden Stellen sind weg, das Fell wächst nach und Miklos baut Mukkis auf. Mittlerweile spürt man auf den Rippen und Hüften schon ein wenig Speck. Nächstes Jahr nach dem Fellwechsel wird er eine richtige Schönheit werden.

Es kommt immer öfter vor, dass die Jungs sich gegenseitig zum Spielen auffordern, wobei das Spielen wohl eher ein Kräftemessen ist, wer kann besser rempeln, besser springen, laufen, zwicken…Rüden unter sich. Miklos "spielt" mit viel Geknurre, Getöse und Gezwicke, zum Glück kennt Bolbo das bereits von seinen Spielgefährtinnen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Miklos den Bolbo noch herausfordern wird, wenn er kräftiger und gesund geworden ist. Abwarten…

Nur bez. Katze Vroni ist es mit Miklos (noch) recht anstrengend. Wenn Vroni abends zu uns kommt, hat Miklos eben eine Zeit "Hausarrest" im Arbeitszimmer (er kann von da aus natürlich auch das restliche Untergeschoß sehen). Vroni hat einen anderen Freßplatz bekommen und genügend Ausweichmöglichkeiten, außerdem bleibt es dabei, dass Miklos nicht nach oben darf.

Bei uns ist nun nach knapp einen Monat Urlaub ab gestern wieder die Normalität eingekehrt und Hubert u. ich arbeiten wieder. Gestern war der erste Tag, an dem die Wuffels ein paar Stunden alleine waren. Kasha und Miklos im Untergeschoß; Bolbo, Chacko und Vroni oben. Als ich nach Hause kam, gab es eine riesen Begrüßung von allen.

Ich hatte mich auf ein leckeres Abendessen und dann einen geruhsamen Abend mit einen oder mehren Hunde auf dem Sofa gefreut.
Stattdessen gab es dann erstmal ordentlich Arbeit für mich.

Miklos hatte fiesen Durchfall, evtl. vor Aufregung,  und hat ein paar Quadratratmeter Parkett inkl. Wand besprenkelt, zusätzlich eine Pfütze in Chiemsee-Größe fabriziert.

Also habe ich erstmal ordentlich geputzt und eine knappe Stunde gelüftet - der Geruch der braunen Suppe hing hartnäckig in den Räumen und mein Hunger nach der Arbeit war erstmal verflogen. 

Der Vroni war das auch zu viel Action und sie verzog sich nach ein wenig Geschmuse (naserümpfend?) in die Botanik.

Endlich war ich fertig und bin nach oben um endlich aus den Büroklamotten zu kommen. Es sah oben ganz normal aus - bis ich um die Ecke kam...

Wieder ein gepieselter Chiemsee, scheinbar hat Bolbo ganz chefig ein Regal markiert Also habe ich auch oben geputzt.

Zumindest war dann das ganze Haus sauber und ich konnte meinen wohlverdienten Sofabend genießen mit Kasha, Bolbo und Kasha zu Füssen.

(Berit)
 

Samstag, der 8.11.2008
Morgens haben Miklos und ich Herrchen vom Bahnhof abgeholt, da er aus der Nachtschicht kam. Zuhause angekommen begrüßten die Wuffels Hubert als ob er Wochen weg gewesen wäre. 

Miklos hat währenddesssen im Garten Vroni entdeckt. Vroni gab Fersengeld, Miklos hinterher, konnte aber aufgrund seiner Hüfte nicht so Gas geben und wurde aus der Kurve getragen Vroni düste durch den Zaun in die Botanik ab - und Miklos lief direkt in meine Arme. Donnerwetter Nummer 1 an diesem Samstag für Miklos.

Hubert hatte frische Semmeln mitgebracht und nach einem kleinen Nickerchen wollten wir gemeinsam Frühstücken.

Miklos und Kasha waren unten, Chacko hatte die Tagschicht übernommen und Bolbo kuschelte sich noch in unser Bett. Ich höre Miklos unten rumrumoren und leises Rascheln. Als ich nach unten kam, verputzte Miklos gerade genüßlich unsere frischen Semmeln. Eineinhalb Semmeln habe ich retten können. Donnerwetter Nummer 2 an diesem Samstag für Miklos. Also wieder ins Bett, der einzige Tag der Woche, den man ausschlafen, wollte ich auch entsprechend nutzen.

Kurz darauf: lautes Scheppern aus der Küche und ich wieder nach unten gefetzt: Miklos hatte den Topfdeckel, mit dem ich das Hundefleisch in der Spüle abgedeckt hatte, auf den Boden geworfen und war gerade dabei, das Hundefleisch zu verschlingen. Also ging an diesem Morgen zum dritten Mal ein Donnerwetter über Miklos nieder.

Und für mich war es mit der Nachtruhe vorbei.

Als Hubert ausgeschlafen hatte brachen wir am Nachmittag zum Spaziergang auf.

 Die Jungs (einschließlich Hubert) ließen es sich nicht nehmen, Kasha und mir eine schöne Show zu bieten mit rumfetzen, spielen und raufen.

     

 

 

 

Nach einem Besuch im Baumarkt bei dem wir eine Kindertür zur Sicherung von Durchgängen gekauft hatten und nach dem Einkauf von frischen Knochen für die Wuffels machten wir den Altöttinger Forst unsicher. Ein Jogger sah als einzige Alternative an uns 6en vorbeizukommen nur, sich durch die Brombeerbüsche zu kämpfen. Wir konnten ihn dann doch überzeugen, dass unsere Wuffels nicht zu hungrig seien und er ging an uns vorbei.

Ansonsten ein ruhiger Abend mit DVD und vielen Fellnasen vor den Sofa, die uns zu Füßen lagen :))

Sonntag, der 9.11.2008
Hatten wir gestern einen Laib frisches Brot gekauft? Das war Miklos ziemlich schnuppe, er dachte sich, dass er sich davon einen kleinen Mitternachts-Snack erlauben kann.

Nach der verdienten Nachtruhe, als wir unseren geliebten Miklos einen Guten Morgen wünschen wollten und mit der Aussicht auf ein leckeres Frühstück, lag dieser mit einer vollgefressenen Wampe vor dem Sofa und grinste uns an. 

Immer hin hatte er einen halben Laib für uns übrig gelassen. Wie nett von ihm! 

Als "Belohnung" gab es dann für alle Wuffels lecker Knochen, den Miklos genüßlich verzehrte. Es gab kein Geknurre oder Futterneid auf den anderen und dessen Knochen.

Der weitere Sonntag war erholsam. Schließlich war Frauchen in der Arbeit und wir anderen ruhten sich aus - wie es sich für einen richtigen Sonntag eben gehört.

 

(Hubert)

Montag, der 10.11. bis  Freitag, der 14.11.2008    

Miklos hat sich so schön langsam an die neue Situation gewöhnt. Herrchen und Frauchen gehen in die Arbeit und kommen wieder zurück. Empfangen werden wir von allen vier Hunden mit viel Freude, Kasha fiepst und singt, Miklos hüpft und läuft begeistert herum.

Alle werden von uns nacheinander begrüßt, geherzt und geschmust. Mittlerweile gibt es bei den Begrüßungen zwischen Bolbo und Miklos keine Probleme mehr. Wir versuchen für alle Hunde gleiches Maß anzuwenden. Ist manchmal nicht leicht, geht aber nicht anders.

Vroni sitzt dann immer oben auf der Treppe und kommt uns erst dann zur Begrüßung entgegen, wenn die Luft frei ist und alle Hunde draußen sind.

Wenn es los geht zum Spazierengehen, dann freuen sich alle Hunde. Die Jungs spielen dann untereinander, bzw. versuchen es. Miklos läuft freudig herum, fetzt zum Gartentor und zurück. Er hat auch schon Bolbo und Chacko zum Spielen aufgefordert, diese wurden zuerst zögerlich angenommen, aber dann spielten die Rüden etwas miteinander.

Ein gutes Zeichen. Miklos gliedert sich langsam aber sicher in das Rudel ein und weiß mittlerweile auch, wo sein Platz ist. Zwar zickt er hin und wieder Bolbo an, wenn dieser an ihm vorbei geht, verhält sich aber sonst recht brav im Rudel. Bolbo nimmt das Gezicke ruhig und locker hin, wirkt deeskalierend, wedelt viel mit der Rute, beschwichtigt und hält lieber Abstand.

Am Dienstag Abend überschritt Miklos frecherweise eine Grenze, bei der Berit und befürchteten, daß es gleich zwischen Bolbo und Miklos krachen würde. Bolbo lag vor der Terrassentür. Miklos stand von seinem Platz auf, ging zur Terassentür und legte sich in nur wenigen Zentimetern Abstand neben Bolbo. Bolbo konnte diese Dreistigkeit kaum fassen - Berit und ich ebenso wenig - und man sah Bolbo's Gesichtsausdruck auch an, dass  Miklos Bolbo's Individualdistanz weit unterschritten hatte. Verblüffenderweise reagierte Bolbo gelassen, zeigte Miklos die kalte Schulter und blieb liegen. Er hat sich wahrscheinlich gedacht "Du kannst mich gar nicht provozieren, ich will jetzt meine Ruhe und basta ..Jungspunde!."

Am Donnerstag während Berit frühstückte versuchte Miklos eins Stück Käse vor Berits Augen vom Tisch zu klauen. Mit einem kräftigen Knurrer konnte die Aktion verhindert und der Jungspund in seine Schranken gewiesen werden.

Am Nachmittag während wir im Arbeitszimmer arbeiteten forderte Bolbo Miklos im Wohnzimmer zum Spielen auf. Miklos nahm die Aufforderung an und spielte zusammen mit Bolbo. Es war schön anzusehen und mir kamen die Tränen. Ein großer Schritt für Miklos in Richtung Selbstbewußtsein, Gesundheit und Eingliederung.

   
   
   
   

Heute, am Freitag, durfte Miklos mit mir auf den Markt gehen. Er lief brav an der Leine, schnuffelt neugierig herum, zeigte keinerlei Scheu, verhielt sich brav und wurde von anderen Marktbesuchern gelobt und bewundert. Später half er mir mit den anderen die Sommerreifen gegen Winterreifen zu wechseln. Nach Do Khyi Manier: einer arbeitet, vier passen auf.

Vor dem Spaziergang durfte Miklos Chacko lange abschnuffeln. Zuerst am Geschlecht, später an den Ohren und der Schnauze. Auch hier merkt man, daß sich Jung und Alt näher kommen. Chacko hatte diese Woche Miklos auch schon mehrmals zum Spielen aufgefordert oder versuchte ihn in das Spiel mit Bolbo einzubinden. Wir können echt stolz auf unsere 4 sein.

(Hubert)

Samstag, der 15.11. bis  Sonntag, der 16.11.2008    

Am Samstag wäre um ein Haar der Super-Gau passiert. Berit hatte ihren Dienst und ich einen Sonderdienst, der drohte in Verlängerung zu gehen. Gott sei Dank konnte Berit früher nach Hause gehen, damit die Fellnasen nicht so lange alleine sind. Abends um halb elf war ich dann zu Hause und konnte mich vor den Begrüßungsanstürmen meiner Familie kaum erwehren. Anschließend aßen wir zusammen und es wurde gekuschelt, geschmust und gestreichelt.

Miklos erkennt sofort, wenn er ins Haus muß, wenn wir in die Arbeit fahren müssen. Er versucht dann sich zu verdrücken, was ihm leider nie gelingt. Er gehorcht ganz brav, läßt sich dann ins Haus führen und verabschieden. Am liebsten wären Berit und ich den ganzen Tag zu Hause bei den Fellnasen.

Gestern abend als ich nach Hause kam, lag Miklos in der Diele und ich streichelte ihn. Vroni, unsere Katze, kam die Treppe herunter, schaute zu Miklos und mir und dupfelte am liegenden Miklos vorbei zum Ausgang. Ganz schön mutig die Katze, besonders, als sie nahe an seinem Kopf vorbei ging und er sie gar nicht bemerkte.

Da Vroni bei uns sein wollte, wurde Miklos ins Arbeitszimmer geführt und dort wurde dann ein Kinderschutzgitter eingehängt. Vroni konnte sich dann im Erdgeschoß frei bewegen und kam dann zu uns auf die Couch. Jedes Mal, wenn Miklos die Katze sah, bekam er ein Leckerli. Vroni zeigte sich weniger interessiert und suchte sich einen Platz im Bücherregal, putzte sich und schlief dann eine Runde.

Berit hatte am Abend wieder beobachtet, wie Miklos einen Kratz- und Nageanfall bekam und er riß sich an der Rute ein Büschel Haare heraus. Dies war seit langem Mal wieder einer der ersten Anfälle. Berit sah sich die Stelle an und versorgte diese anschließend. Bei der Versorgung zickte Miklos und meinte Berit zwicken zu müssen, ließ sich dann aber ohne Zwischenfall verarzten.

(Hubert)

 

Montag, der 17.11. bis  Sonntag, der 23.11.2008    

Tja, ein Tagebuch ist auch nur so gut, wie interessante Ereignisse stattgefunden haben. Die Wunde an Miklos Rute ist sehr gut verheilt und die Haare wachsen wieder nach. Bolbo und Miklos spielen jetzt auch schon öfters zusammen für ein paar Minuten. Chacko fordert Miklos hin und wieder auch zum Spielen auf, worauf Miklos jetzt auch langsam eingeht.

Am Montag rief die Tasso Tierhilfe bei uns an und hatte einen Hinweis über den Verbleib von Resi. Aufgeregt rief ich bei dem Mitteiler an,  ließ mir den Ort beschreiben wo Resi gesehen wurde und schaute nach ihr, leider ohne Ergebnis. Am Dienstag habe ich dann in der Gegend um den Sichtungsort Suchplakate aufgehängt.

Leider war diese Woche auch mit viel Arbeit gefüllt, aber dennoch hatten wir sehr viel Zeit mit unseren Fellnasen verbracht. Darum bedanke ich mich hier auch an dieser Stelle bei meinem KaLeu z. Sch., weil ich den Montag Vormittag kurzfristig frei bekam. Zwischen der Früh- und Nachtschicht versuche ich den Fellnasen die Zeit so gut wie möglich zu versüßen. Entweder verbringen wir die Zeit zusammen im Garten, kuscheln oder drehen noch einmal eine kurze Gassigeh-Runde.

Vroni stellt sich auch immer mehr auf Miklos ein. Wenn sie in das Erdgeschoß kommt, dann schaut sie immer zuerst um die Ecke und checkt die Lage ab. Wenn Miklos sich im Erdgeschoß befindet, dann geht sie lieber nach oben. Diese Woche haben sich Miklos und Vroni lange angeschaut. Vroni saß oben auf der Treppe ganz entspannt und beobachte Miklos, während dieser die Katze ansah und mit der Rute wedelte. Eines Abends dupfelte Vroni in die Küche, ging um die Ecke, fauchte und trabte noch oben. Miklos kam hinterher getrabt, stoppte jedoch vor der Treppe zum Obergeschoß. Vroni steckte ihren Kopf durch die Gitterstäbe und schautet auf Miklos herab.

Am Mittwoch in der Hundeschule hat Miklos der Border Collie Fraktion gezeigt, wo der "Bartel seinen Most holt": unser Jungspund war schneller als die "Sporthunde" und Berit flog nur so hinter ihm her. Er ist brav, gelehrig - und hungrig auf Leckerlis.

Am Freitag regnete es den ganzen Tag. Alle Fellnasen bis auf Chacko waren im Haus. Da ich nicht wollte, daß Papa Chacko draußen liegt, entschloß ich mich dazu, ihn ins Haus zu holen. Während Chacko ins Haus ging grummelte Kasha wieder vor sich hin, ich verwarnte sie im scharfen Ton, was auch zu wirken schien. Plötzlich und unerwartet ging die doofe Zicke auf Chacko los und kassierte eine ordentliche Abreibung. Miklos meinte mitmischen zu wollen, wurde jedoch von mir zurück gehalten. Bolbo lag vor der Terassentür und wird sich einiges gedacht haben.

Am Samstag war es endlich so weit - SCHNEE. Des DoKhyi schönste Jahreszeit bricht an, welch ein Genuß. Im Schneesturm ließ man sich die Schneeflocken um die Nase wehen und genoß das kühle Weiß.

Abends beim Spazierengehen hatten wir mal wieder eine Begegnung der dritten Art. Ein älteres Paar kam uns mit Mini-Goldie entgegen und rief uns schon von weitem zu "Kenna Sie de a dahoitn?" (Übersetzung ins Hochdeutsche: Sind Sie fähig und willens die vier Riesenfellmonster auch an ihrer Leine festzuhalten?). Allgemeines Stirnrunzeln im Kaier-Clan. Nachtrag des Paares "Wei dös is a Welpe und die ihrigen dad'n den sicher gern ofion!" (Übersetzung ins Hochdeutsche: Das ist noch ein unbedarftes und sensibles Hundekind und wir befürchten, daß ihre vier Riesenfellmonster noch nicht zu Abend gegessen haben.) Noch mehr Stirnrunzeln im Kaier-Clan. Nun gut wir gingen dann aller unserer Wege - mit breiten Grinsen auf den Backen (und mit hungrigem Magen). :-))))

Am Sonntag Abend gegen 17:00 Uhr, es war schon dunkel, entschlossen wir uns Spazieren zu gehen. Als wir mit den Hunden das Grundstück durch das Gartentor verlassen wollten, hörten wir: "Miau, Miau!". Vroni machte sich bemerkbar und siehe da sie tapste entlang des Zaunes. Wir freuten uns riesig, daß die Katze da ist und gingen dann zusammen mit ihr und den Hunden spazieren. Miklos hatte heute das Geschirr an und zog natürlich heftig, als er die Katze bemerkte. Vroni ließ sich von Miklos weder beeindrucken noch stören. Die Katze nutzte auch den Radius der Leine aus, an welcher Miklos hing und ging nah an ihm vorbei. Die Katze ist mit den Hunden aufgewachsen und zeigt dadurch, daß sie dazu gehört. Mit uns zusammen stapfte die Kleine brav durch den Schnee und hatte ihren Spaß. Daheim gesellte sich Vroni dann zur Berit ins warme Haus, während wir Männer die Leih-CDs zur Videothek zurückbrachten, und ließ sich mit Malzpaste verwöhnen.

(Hubert und Berit)

 

 

 

Montag, der 23.11. bis  Dienstag, der 25.11.2008    

Miklos, Miklos, frecher Bär. Er darf jetzt frei bei den anderen Hunden herumschnuffeln, mischt sich mit ein, wenn die anderen Hunde spielen, läuft die Treppe hoch, um die Katze zu verfolgen, klaut das Katzenfutter, zickt Bolbo an, wenn dieser an ihm vorbei geht, u. v. m. Er ist ein süßer Frechdachs, der immer selbstbewußter wird. Na ja, kein Wunder bei den Lehrern, die er hat.

Körperlich verändert er sich ebenfalls. Die Schnauze ist dicker geworden, Muskeln haben sich gebildet, die Haare an den kahlen Stellen sind nachgewachsen, die Nageanfälle sind fast gar nicht mehr vorhanden, das Fell wird schöner und er ist im Allgemeinen kräftiger geworden. Seine Kraft versucht er jetzt in Spielen mit Bolbo und Chacko einzusetzen und zu messen. Berit und ich spüren dann seine Kraft, wenn er beim Gassigehen wie ein Stier an der Leine zieht.

Hier noch ein paar Fakten, da  ich die letzten Tage mal abgewogen habe, was Miklos im Vergleich zu Kasha mengenmäßig zu fressen bekommt. Die beiden werden deshalb verglichen, weil Kasha schätzungsweise 4 Kilo weniger wiegt als Miklos und die körperlichen Aktivitäten gleich sind. Bolbo hat momentan seine schwierige Phase und fastet am Morgen vorzugsweise.

Speiseplan Montag

Morgens: Muskelfleisch vom Rind, Nudeln, Paprika, Karotte, Gurke, Öl        Miklos: 571 Gramm     Kasha: 385 Gramm

Nachmittags: Kau-Schweineohr                                                                 Miklos: 51 Gramm      Kasha: 47 Gramm

Abends: Bozita-Trockenfutter, Bozita-Pute-Dose, Thunfischöl                  Miklos: 410 Gramm      Kasha: 305 Gramm

Speiseplan Dienstag

Morgens: Lammfleisch mit Reis                                                 Miklos: 503 Gramm     Kasha: 371 Gramm

unerlaubte Zwischenmahlzeit: Kopffleisch aus dem Katzennapf     Miklos: 150 Gramm     Kasha: hat doof aus der Wäsche geguckt

Nachmittags: frische Suppenfleischknochen                                Miklos: 231 Gramm     Kasha: 201 Gramm

Abends: Markus-Mühle-Trockenfutter, Trockenfutter                     Miklos: 440 Gramm     Kasha: 310 Gramm

Schön war heute nachmittag, wie Miklos Bolbo zum Spielen eingeladen hat und dies auch angenommen wurde. Let's fetz Jungs!

Miklos hat einen mit Rasenteppich bezogene Holzpalette, welche unter Haus- und Garagenvordach an einer trockenen Stelle gestellt wurde, als seinen Lieblingsplatz entdeckt.

Traurige Nachricht am Rande. Der Schnee verzieht sich.

Namaste ani Tashi Deleh

(Hubert)

     

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