Das Tagebuch des Puszta-Bären: Oktober 2009

 

Nun ist es mittlerweile schon über ein Jahr her, dass ich am Donnerstag, den 09.10.2008 nach Deutschland kam. An meine Vergangenheit möchte ich gar nicht mehr gerne denken, für mich zählt nur das Hier und Jetzt und meine Zukunft.  

Ich hatte wirklich Glück in dieses Rudel zu kommen. Ich gebe es ja zu, es war manchmal nicht leicht und wir hatten gute und weniger gute Zeiten. Wo Hunde zusammen kommen, da wuffelt es. Jeder von uns hat seine Ecken und Kanten. 

Ich kam in eine Gemeinschaft bestehend aus drei DoKhyi, zwei Katzen und zwei Menschen. Alle haben sich große und liebevolle Mühe gegeben um mir meine Integration in diese Gemeinschaft so leicht wie möglich zu machen. Zuerst hatte ich sprichwörtlich jede Menge Porzellan zerdeppert und bin von einem Fettnäpfchen in das andere getapst (wieso müssen die auch überall Rumstehen?). Mein jugendlicher Überschwung und mein Kindskopf haben bei einigen bestimmt graue Haare wachsen lassen.

Ich habe gelernt und lernen müssen, mich anzupassen, meinen Platz zu finden und mich einzugliedern. Die Anpassungsphase war sehr lange, geduldig und intensiv und manchmal flogen die Fetzen, das möchte ich gar nicht verschweigen.

Doch je mehr ich ruhiger wurde, mich anpasste, umso leichter fiel mir die Eingliederung, umso leichter machte es mir meine Familie und umso weniger anstrengend war es auch für mich. Nun fällt es mir mittlerweile viel leichter, mich fallen zulassen. Ich habe Vertrauen in meine Menschen und mein Rudel. Ich muß nicht mehr den Chef zu spielen versuchen, muß nicht mehr um mein Fressen kämpfen und ich habe jederzeit einen warmen und weichen Schlafplatz, von Streicheleinheiten ganz zu schweigen!

Besonders bewundern tue ich die Vroni. Sie ist um vieles kleiner als ich, hatte aber eine Riesengeduld mit mir gehabt und sie hat es geschafft mich hin und wieder in die Schranken zu weisen. Ich hätte nicht gedacht – und einige andere wahrscheinlich ebenso wenig - dass wir beide eines Tages gute Freunde werden. Wir naschen jetzt auch zusammen mal von Vronis Malzpaste oder andere Leckerein.

Sehr bedauern tue ich den Weggang von Resi. Ich hoffe sie hat ihren Platz gefunden und es würde uns allen sehr viel Freude machen, wenn sie mal auf ein Schüsselchen Milch vorbeischauen würde.

Ich möchte mich hier an dieser Stelle auch bei den lieben Menschen von der Pfotenhilfe Ungarn e. V. bedanken. Ohne ihren Engagement und Einsatz wäre ich nicht hier.

Ohne die tolle medizinische Fürsorge von Fr. Dr. Halm würde es mir heute nicht so gut gehen. Und ein ganz besonders Danke an Claudia Schwaiger (www.tierheilpraktiker-schwaiger.de), die mich mit Ihren homöopathischen Fähigkeiten von Anfang an unterstützte und betreute und mir half, so manches Wehwehchen los zu werden.

Danke auch an die Hundefreunde des Hunde-Sport-Verein Inn-Salzach e.V. (www.hsv-innsalzach.de) Die Trainerinnen Martina und Resi und alle anderen haben viel Geduld mit mir. Ich durfte auch schon beim Kinderferienprogramm mitmachen, oder als „Therapiehund“ für andere Hunde zusammen mit meinem Rudel.

Ein Wuff und Dankeschön an die Familie Schwaiger, Familie Burggraf mit Bjarne und Ampo, Familie Zacharias mit Sara, welche von Anfang an meine ersten Schritte in meinem neuem Zuhause begrüßt, verfolgt und unterstützt haben. Und Danke auch an alle, die mein Tagebuch so fleißig verfolgt haben und mir und meiner Familie immer wieder nette Worte haben zukommen lassen. Das tat echt gut.

Ich hoffe ich konnte mit meinem Tagebuch Euch allen etwas Einblick in mein Leben geben.  Ich hoffe dadurch ebenso, dass andere zum Nachdenken angeregt wurden oder evtl. dazu  motiviert wurden und werden, einen ähnlichen zu Weg zu gehen und einen Wuffel aus dem Tierschutz zu sich zu nehmen. Hey, wir haben es echt verdient!

Danke Chacko, Bolbo, Kasha. Danke Vroni!

Danke Frauchen und Herrchen!

Wer wagt, gewinnt! Mein Hauptgewinn ist, dass ich ein Teil Eures Lebens geworden bin.

Euer Mausebär Miklos.

Zum Abschluß möchte ich Euch gerne noch als Resumè einige Bilder aus dem vergangenem Jahr zeigen, ich hoffe ihr habt Spaß daran.

 

Vielleicht erinnert ihr Euch:

alles fing damit an, dass mich etwa Mitte August 2008 meine Menschen auf der Homepage von Mirjam Cordt www.tier-und-mensch.de entdeckten.

Und mit diesen Bildern bekamen sie einen ersten Eindruck von mir. 

Es hieß, dass ich einen Autounfall hatte, bei dem ich mir so einige Knochen und Knorpel gebrochen hatte. Erinnern möchte ich mich lieber nicht mehr daran...

     

 
     

Am Anfang war ich körperlich nicht so recht auf der Höhe: hochgradige Flohstichallergie, diverse offene, nässende und eiternde Stellen.

     

Meine Hüfte ist zwar noch immer ein Fiasko. Aber, Mann, im Gegensatz zu damals fetze ich rum, hab' keine Schmerzen und ich habe mittlerweile einen Riesenspaß am Leben.  

     

Kraft hatte ich so wenig wie Gewicht und Muskulatur so gut wie keine.

Boa, und was hab' ich gemüffelt! Und meine Rute, die war fast nackig.

     
 

     

Die ersten Spaziergänge mit meinem neuen Rudel waren echt spannend.

Ich bin auch jetzt noch am liebsten mit allen zusammen unterwegs. 

     

Bei Bolbo hat es ein wenig gedauert, bis wir gute Kumpels geworden sind. Erst als ich merkte, dass ich hier gar nicht Chef spielen muß, sondern dass das der Bolbo für mich erledigt und ich mich gelassen zurücklehnen kann, hat's gefunkt.

Ich hab mir dann unheimlich viel von den anderen abgeschaut. Meine Menschen sagen, dass es leider auch viele Unarten von der Kasha waren, z.B. am Esstisch besonders leidend dreinzuschauen, damit ich was abstaube.

     

Wir waren total viel miteinander unterwegs, Spaziergänge, Wanderungen, Ausflüge und so. Meine Menschen sagen, das ist gut dafür, dass wir alle zusammen wachsen.

Hier waren wir am Chiemsee.

     

 

Wir haben auch Bauerhöfe besucht,  den Tierpark München oder das Gut Aiderbichl.

Hier waren wir an der Alz unterwegs,  Keltenschanzen angucken.

     

Ich möchte nochmals ein Appell an die Pferde des Gutes Aiderbichl richten, einen Do Khyi wie mir nicht hinterrücks in den Popo zu knabbern. Das war echt peinlich, alle lachen - nur ich check' nicht was abgeht.

     

Boot gefahren bin ich auch.

     

Und im Winter waren wir natürlich in den Bergen!

     

 
     

Und ich hab' mein erstes Weihnachten mit meiner Familie gefeiert. Bin schon gespannt, was ich dieses Jahr geschenkt bekomme...

     

Ich hab auch gelernt zu spielen. Am Anfang war es von meiner Seite aus immer ein Kräftemessen mit den anderen, dann habe ich irgendwann gemerkt, dass es Spielen richtig Spaß machen kann. 

   
 

   

Was ich mir - und meine Menschen zu Beginn ebenso wenig - hätte träumen lassen ist die Tatsache, dass ich nun eine Katze als Freundin habe.

Vroni hat echt Geduld mit mir bewiesen und durch die Konsequenz meiner Menschen, meines Rudels und natürlich auch durch mein Zutun verstehen wir uns nun wunderbar.  

     

 
     

Aber nicht dass Ihr meint, ich futtere meiner Katze die Malzpaste weg. Meine Aufgabe ist es sämtlich Joghurt-, Quark- und Sahne-Becher sauberzumachen.  

     

Wir waren auch auf einem Treffen, wo ich noch viele andere Do Khyi kennen gelernt habe.  Das auf dem Bild sind von links Gimli, Ampo und Bjarne. Aber da waren noch viel mehr!

     

Na ja, und kaputt gegangen ist auch ein wenig. Hieran hab' ich aber nur gaaanz wenig Schuld, die anderen haben mir da geholfen.

     

Meine allerliebste Beschäftigung ist das Rumpitscheln im Wasser.

Ich hab' mein Herrchen jetzt dazu animiert, dass er zur Wasserwacht geht. Dann können wir im kommenden Jahr zusammen die Mädels an den Badeseen angucken - äh, retten meine ich. 

     

Der krönende Abschluß meines Jahres war, dass ich mit Bolbo und Kasha am Kinderferienprogramm des HSV Inn Salzach teilnehmen durfte.

Mehr Bilder von mir und meinen menschlichen und tierischen Kumpels aus dem HSV findet Ihr hier: www.hsv-innsalzach.de

     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 

Also meine Lieben, das war's dann aus meinem Tagebuch. Ganz liebe Grüße an alle und schaut mal wieder auf unsere Homepage. Da gibt's immer mal wieder was Neues und sicherlich künftig auch viele Bilder von mir.  Euer Miklos.

 

P.S. Danke lieber Miklos, dass Du nun ein Teil unseres Lebens geworden bist. Dein Herrchen, Frauchen, Kasha, Chacko, Bolbo und Vroni.

 

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