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Ramsau, Steinernes Meer, Königssee

 
 

Der Berg ruft! 

 
 

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Karte Berchtesgadener Alpen,  Königssee - Bad Reichenhall

vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern, Maßstab 1:50  

  • Start: Ramsau, kostenpflichtiger Parkplatz an der Wimbachbrücke (an der aufgegebenen Tankstelle
  • weiter über: Wimbachschloß, Wimbachgrießhütte (Höhe1326 m), Hundstodgatterl (Höhe 2096 m), Kärlingerhaus (Höhe 1601 m), Bärengraben (Höhe 1384), Königssee (Höhe 600 m), Bartholomä und Königssee
  • Entweder man läßt isch von dort abholen oder parkt 2 Autos jeweils am Ausgangs- und Endpunkt der Tour, oder man fährt mit dem Zug nach Hause 
  • Gesamtgehzeit ca. 2 Tage (7 + 5 Stunden) 
  • am Anfang bis zur Wimbachgrießhütte  relativ leicht zu gehen, ab der Wimbachgrießhütte ist Bergerfahrung und Trittsicherheit notwendig
  • Verpflegung und Wasser für Hunde muss man mitnehmen
  • Übernachtungsmöglichkeit im Kärlingerhaus nach Voranmeldung, Hunde u. Halter schlafen im Winterlager 
  • www.kaerlingerhaus.de
  • für Kinder nicht mehr geeignet ab der Wimbachgrießhütte

 

Am Samstag starteten mein Herrchen Hubert und ich für eine 2-Tages-Tour vom kostenpflichtigen Parkplatz an der Wimbachbrücke in der Ortschaft in Ramsau. Frauchen Berit, Chacko und Kasha begleiteten uns bis zur hölzernen Brücke, welche über den Wimbach fließt.

Danach trennten sich unsere Wege, Herrchen und ich gingen dann alleine weiter auf dem Wanderweg 421 in Richtung Wimbachgrieshütte vorbei am Wimbachschloß. Das ist gar kein richtiges Schloß, sondern wurde von einem Adligen als Jagdsitz erbaut.

Der Weg war am Anfang nicht sehr steil, sondern stieg schön gemächlich an und führte uns durch karges Land mit wenig Schatten. Wir mussten ein großes Geröllfeld und Steinwüsten überqueren. Danach machten wir eine kurze Rast und tranken ein bisschen. Viele Leute haben wir getroffen und einige waren sehr interessiert an mir und fragten mein Herrchen über mich und meine Rasse Do Khyi aus. Alle fanden es toll, dass ich mein Wasser und Essen selber in einem Hunderucksack trug.

Nach der kurzen Rast ging es dann weiter. Unterwes trafen wir den Appenzeller-Collie-Mix Rüden Lucky mit seinem Frauchen und Herrchen. Die Zweibeiner führten einen Smalltalk und ich nutzte die Zeit mit Lucky um uns auszuruhen. Eine Gruppe mit Taubstummen war erfreut mich zu sehen und Herrchen musste wieder Rede und Antwort stehen.

An der Wimbrachgrieshütte (Höhe1326 m) angekommen, legten wir unsere Rucksäcke ab und ich bekam eine ordentliche Brotzeit. Herrchen gönnte sich ein Radler und ein Stück Kuchen. Vor Ort waren zwei schmucke Golden-Retriver-Hündinnen, die mich umschwärmten. Nach einer Stunde Pause hatten wir genug Kräfte gesammelt, die Wassersäcke aufgefüllt und es ging los.

Wir folgten den Wanderweg 411, der uns durch sehr karges Gelände führte. Die Gegend erinnerte teilweise an Szenen aus einem Karl-May-Film. Viele Steine, verkrüppelte Bäume und Kieferlatschen, wenig Schatten.

Dann wurde es im Banngraben ziemlich steil. Alle 15 Minuten machten wir eine kurze Rast, tranken und schonten unsere Kräfte. Herrchen und ich waren aber so fix, dass wirteilweise 100 Höhenmeter in 10 Minuten machten.

Nachdem wir den Banngraben überwunden hatten, machen wir eine Stunde Pause, wo sich der Wanderweg 421 und 411 trennten (Höhe 1798 m). Das Schneefleckerl und der Schatten taten richtig gut und ich konnte meine heißen Pforten im Schnee kühlen, bevor es weiterging zum Graskopf.

Und ab hier wurde es so richtig anspruchsvoll - Klettern war angesagt, meine Lieblingsdisziplin.

Es ging immer schön steil bergauf, bergab, bergauf vorbei an Rauhe Köpfe, den Graskopf, durch die Hundstodgruben über Stock, Stein und Schnee. Begleitet wurden wir von den Bergbewohnern. Wir sahen viele Gemsen, hörten die Murmeltiere pfeifen, konnten aber leider nur ein Murmeltier sehen. Bei einer längeren Rast und beobachteten die Gemsen-Herden. Hier oben war es schön ruhig und friedlich.

Von Hundstodgruben ging es über dem Hundstodgatterl (Höhe 2096 m) endlich mal bergab. Herrchen und ich rutschten auf dem Schnee bergab und hatten unsere Gaudi. Ein paar Mal ist Herrchen auf den Hosenboden gelandet und lachend auf dem Po gerutscht. Um diese Jahreszeit liegt dort noch sehr viel Schnee. Chacko hätte sich hier wohl gefühlt und sich gekullert.

Nach mehr oder weniger Blindflug durch das Schneefeld, war endlich wieder ein Schild da und zeigte den Weg zum Ingolstädter Haus (Höhe 2119 m). Wir konnten das Haus sehen, folgten aber dem Arco-Weg (Wanderweg Nr. 420) in Richtung Kärlingerhaus.

Es ging steil bergab über Schnee und Stein entlang der Hirschwand. Wir hörten die Murmeltiere, sahen kletternde Gemsen und fanden Überreste einer toten Gemse.

Es fing schon an zu dämmern.

Da wir noch ein ganz schönes Stück zu gehen hatten und wir beide hungrig und müde waren, hat Herrchen entschieden, zu einer Schäferhütte zu gehen und dort die Nacht zu verbringen.

 

Die Hütte (Höhe 1912 m) war verschlossen, hatte ein großes Vordach und eine Bank davor. Herrchen hat mir den Rucksack und das Geschirr abgenommen, mir einen Liegeplatz mit einem Brett freigeschaufelt und für mich die Isomatte ausgerollt. Anschließend hab’ ich zu Abend gegessen.

Nach dem Abendessen habe ich mich auf den Schneehaufen vor der Hütte gelegt und wie es sich für einen Do Khyi gehört, ordentlich aufgepasst. Herrchen hat die Wäsche gewechselt, sein Nachtlager hergerichtet und Brotzeit gemacht. Wie es sich unter Bergkameraden gehört, haben wir natürlich auch Herrchens Brotzeit miteinander geteilt – von meinem Futter wollte ja vorher nichts abhaben.

Zusammen schauten wir uns romantischerweise den Sonnenuntergang an. Herrchen rollte sich in seinen Schlafsack ein, ich passte grummelnd auf. Irgendwann schlief auch ich ein. Um 02:00 Uhr (0° Celsius) in der Nacht bemerkten wir, dass es die ganze Zeit über blitzte. Wir beobachteten zusammen ein Gewitter, welches weit weg von uns hinter einem anderen Berg vorbeizog.

Ich legte mich zu meinem Herrchen und zusammen schliefen wir ein. Um 05:00 Uhr (3° Celsius) weckten uns die ersten Sonnenstrahlen. Wir gingen ein kleine Püschelrunde, räumten unser Nachtlager, futterten eine Kleinigkeit und gingen auf dem Wanderweg 420 weiter.

Wir mussten noch einmal kurz aufsteigen und dann sahen wir im Morgennebel den Funtensee. Der Schnee lag hinter uns, es ging steil bergab, und wir folgten am Viehkogel vorbei dem Wanderweg 412 zum Kärlingerhaus (Höhe 1601 m).

Eigentlich wollten wir gestern beim Kärlingerhaus einkehren und hatten auch ein Nachtlager reserviert zum Übernachten. In den Bergen ist es wichtig, sich vorher anzukündigen, da nicht jede Hütte die Übernachtung von Hunden erlaubt. Es empfiehlt sich, sich immer  vorher zu erkundigen, ob Hunde auch als Gäste gern gesehen sind.

Im Kärlinghaus waren wir gern gesehen und von der netten Hüttenwirtin bekam ich zwei Paar Wiener geschenkt. Herrchen gönnte sich Kaffee und Fruchtschorle.

Um 07:30 Uhr brachen wir dann auf.

Auf dem Wanderweg 412 ging es durch das Ofenloch, entlang des Bärengraben (Höhe 1384 m) und durch die Saugasse (Höhe 1023 m). Frecherweise setzte sich einmal ein Murmeltier auf den Weg und pfiff durch die Gegend, eine Gemse trafen wir auch noch einmal. Als wir bei der Holzstube am Schrainbach (Höhe 886 m) ankamen, nahm ich mal ein kurzes Fußbad, pitschelte und trank einen kräftigen Schluck von dem kühlen, frischen Bergwasser.

Anschließend gingen wir den steilen Weg bergab bis zum Königssee (Höhe 600 m). Ich konnte öfters mal eine Verschnaufpause einlegen, weil viele Wanderer wie bereits am Vortag mich lobten und mein Herrchen ausfragten.

Am Königssee angekommen, ging ich sofort in das kühle, kostbare Naß. Es war mittlerweile schon 10:30 Uhr und hatte wolkenlose 28°. Nach einer Pause marschierten wir die letzten Meter nach St. Bartholomä und schnurstracks in den Biergarten.

Herrchen bestellte für uns ein Jägeschnitzel und wir aßen mit großem Appetit. Ich das Schnitzel, er die Beilagen. Wir saßen bzw. lagen gemütlich im Schatten und ließen es uns gut gehen.

Um 13:15 Uhr nahmen wir die Fähre von St. Bartholomä nach Königssee. Herrchen musste für die Fahrt 6,60 Euro bezahlen und ich nur 2,50 Euro. Meine erste Bootsfahrt dauerte 30 Minuten. In Königssee nahm Herrchen mir meinen Rucksack und Geschirr ab. Ich brauchte es bei der Hitze nicht mehr zu tragen – dafür aber Herrchen!

Wir fuhren mit dem Bus von Königssee nach Bad Reichenhall. Die Fahrt dauerte ca. 45 Minuten mit der Linie 9541, geht vom großen Parkplatz am Königssee ab und kostet 4,30 Euro, Hunde sind frei. Im Bad Reichenhaller Bahnhof traf ich noch ein Shiba-Husky-Mix  Mädchen und wir warteten zusammen auf den Zug. Herrchen kaufte für mich eine Kinderfahrkarte, nicht dass ich schwarz fahren musste. Kontrolliert wurden wir aber nicht.

Im Zug war ich für viele Kinder der Star, sie durften mich streicheln und massieren. Herrchen musste mal wieder Rede und Antwort stehen. Tja, es ist eben kein Urlaub, mit einen echten Tibetischen Berghund unterwegs zu sein – und dann noch einem Prachtexemplar wie mir.

Nach zwei Stunden Zugfahrt und zweimal Umsteigen wurden wir von Frauchen am Bahnhof Burgkirchen abgeholt. Kasha und Chacko freuten sich riesig über unsere Ankunft. Es war schön, wieder zu Hause zu sein!

Und obwohl ich ein paar Tage ordentlichen Muskelkater hatte, freu’ ich mich schon auf die nächste Bergtour!

Euer Bolbo

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