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Herdenschutzhunde

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Herdenschutzhunde

 

Ursprung und Wesen von Herdenschutzhunden   

Herdenschutzhund wurden in ihren Ursprungsländern als Beschützer der Vieherden, aber auch als Hof-und Wachhunde gehalten. Zur Gruppe der Herdenschutzhunde gehören unter anderem:

Akbash, Aidi, Karabash, Kangal, Slovensky Cuvac, Mastino Espanol, Mastin de los Pirineos, Cao de Serra da Estrella, Rafeiro do Alentejo, Castro Laboreiro, Pyrenäen Berghund, Carpatin, Polski Owczarek Podhalanski, Mioric, Tornjak, Berger de Brie, Owtscharka (Kaukasischer-Mittelasiatischer-Südrussischer), Kuvacs, Sarplaninac, Kommondor, Maremanno Abruzzese, Do-Khyi. 

Trotz sehr unterschiedlicher Erscheinungsbilder gleichen sich alle Herdenschutzhunde in bestimmten äußeren Merkmalen. Sie sind groß und robust. Ihr Bellen wirkt sehr beeindruckend und ihre Kraft und  Konstitution ist bemerkenswert. Alle Herdenschutzhunde haben einen ausgeprägten Territorial- und Schutzinstinkt. Fremden gegenüber sind Herdenschutzhunde meist mißtrauisch.

Ebenso wie Hirtenhunde sind Herdenschutzhunde „Mitarbeiter“ der Hirten. Der Unterschied liegt darin, daß der Hirtenhund aufgrund von speziellen Befehlen des Hirten seine Aufgabe erfüllt, z.B. die Herde beisammen hält. Der Herdenschutzhund erfüllt aber seine Aufgabe –den Schutz der Herde vor Beutegreifern oder aber auch Viehdieben- eigenverantwortlich und selbstständig. Die Größe und Imposanz von Herdenschutzhunden macht es nur selten notwendig, daß sie bei Bedrohung der Herde unmittelbar angreifen müssen. Vielmehr beeindrucken Herdenschutzhunde in erster Linie durch ihre Präsenz und vertreiben instinktsicher durch tiefes Knurren und ausdauerndes Bellen. Herdenschutzhunde zeichnen sich in dieser Hinsicht durch eine hohe Reizschwelle aus, d.h. zu Kämpfen kommt es äußerst selten.

Um das Territorium, das sie zu bewachen haben, gut überschauen zu können, suchen sich Herdenschutzhunde gerne erhöhte Plätze aus.  Scheinbar unbeteiligt liegt der Herdenschutzhund da und scheint zu dösen, er macht oft einen unbeteiligten, phlegmatischen Eindruck., Im Bruchteil einer Sekunde aber steht der Herdenschutzhund parat, wenn er Gefahr wittert. Einem Herdenschutzhund entgeht nichts.  Besonders in der Dämmerung und nachts zeigt sich die ausgeprägte Aufmerksamkeit der Herdenschutzhunde.

In ihren Heimatländern werden Herdenschutzhunde nur nach der Eignung ausgewählt, ob sie ihre Aufgaben zukünftig erfüllen werden können. Zucht im Sinne von Schönheit auf Äußerlichkeiten wird kaum betrieben. Äußerliche Merkmale sind nur dahingehend von Bedeutung, daß ein großer imposanter Hund natürlich abschreckender wirkt als ein Hund von Dackelgröße. Herdenschutzhunde werden auf die Herde geprägt und die Sozialisation erfolgt auch ausschließlich in diesem Umfeld. Von Anfang an werden Herdenschutzhunde in ihren Ursprungsländern auf ihre Aufgaben vorbereitet. Aus diesem Grund kann es sehr schwierig wenn nicht sogar gefährlich sein, einen Herdenschutzhund aus seinem Ursprungsland nach Deutschland zu verbringen, wo er dann womöglich als Familienhund leben soll. Will man einen Herdenschutzhund in die Familie aufnehmen, sollte er deshalb immer aus einer verantwortungsvollen Zucht stammen, in der die Welpen in der Familie gehalten werden.  Sie müssen frühzeitig auf Menschen und Tiere und die hier herrschenden Umgebungseinflüsse geprägt sein und eine umfassende Sozialisierung erfahren. 

Der Herdenschutzhund sucht den Kontakt zu seinen Menschen und will als vollwertiges Familienmitglied eingebunden werden. Fremden Menschen gegenüber wird der Herdenschutzhund in der Regel reserviert sein, der Familie ist er aber ein liebevoller, loyaler und oftmals verschmuster Genosse.   

Haltung eines Herdenschutzhundes

Sicherlich ist für einen Hund dieser Größe und mit diesen Bedürfnissen ein Haus mit Garten die beste Wahl. Da man kaum dem Herdenschutzhund zur Erfüllung seiner Aufgaben eine private Herde zur Verfügung stellen kann, wird man so zumindest seinem Schutz- und Territorialinstinkt gerecht. Wichtig ist darüber hinaus, den Garten genügend hoch einzuzäunen. Außerdem kann ein gutes Verhältnis zum Nachbarn unter dem beeindruckenden und ausdauernden Bellen des Hundes zuweilen leiden.

Auch ist ein Herdenschutzhund  (wie jeder andere Hund auch) auf keinen Fall zur Zwingerhaltung geeignet! Reine Zwingerhaltung ist Tierquälerei! Die Hunde verkümmern und haben keine Möglichkeiten, ihr umfangreiches Verhaltensrepertoire auszuleben. Da mag es nicht verwundern, wenn sie unerwünschte –und aufgrund der Haltung unnatürliche- Verhaltensweisen an den Tag legen. Ausschließlich im Zwinger gehaltene Herdenschutzhunde laufen Gefahr, aggressiv und nicht mehr führbar zu werden.. 

Ein Garten darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß man auf jeden Fall dem Hund genügend Auslauf, Möglichkeiten zum Kennen lernen von Hunden und Menschen und Möglichkeiten zum Spiel bieten muß. Herdenschutzhunde sind sicherlich nicht Langstreckenläufer wie z.B. ein Husky, aber sie sind ausgesprochen ausdauernd und schätzen lange Spaziergänge. Motto: in der Ruhe liegt die Kraft.  

 Erziehung eines Herdenschutzhundes

Herdenschutzhunde sind in Deutschland sehr selten und das ist auch gut so. Diese Hunde stellen ganz besonderen Anforderungen an den Besitzers in Bezug auf Haltung, Erziehung, Beschäftigung und Verständnis für die speziellen Verhaltensweisen und Bedürfnisse dieser Rassen. Nahezu alle Herdenschutzhunde brauchen sehr lange zur Ausreifung und während dieser Zeit muß Erziehung mit einer liebevollen Konsequenz und besonderem Einfühlungsvermögen betrieben werden. Einem Herdenschutzhund kann man nicht auf herkömmliche Weise etwas beibringen und die in der Regel auf dem Hundeplatz praktizierten Ausbildungsmethoden fruchten bei ihnen selten. Zwar gibt es vereinzelt Herdenschutzhunde, die auch erfolgreich eine Begleithundeprüfung absolvieren können, trotzdem  wird der Herdenschutzhund niemals hundertprozentig folgen. Auch man kann von ihm keine totale Unterwerfung verlangen.  Dem Herdenschutzhund ist Kadavergehorsam völlig fremd. Herdenschutzhunde sind äußerst klug und eigeninitiativ und sie müssen verstehen, warum sie eine Aufgabe auszuführen haben.  Übungen müssen über einen langen Zeitraum immer wieder, aber nie ermüdend für den Hund ausgeführt werden. Selbstverständlich können Herdenschutzhunde zu zuverlässigen Familienhunden herangebildet werden. Ihre hohe Reizschwelle unterstützt das unkomplizierte Zusammenleben mit diesen freundlichen Hunden.

Besonders anzumerken ist hierbei unbedingt , daß Herdenschutzhunde niemals mit Gewalt erzogen oder zu etwas gedrillt werden dürfen! Ein Herdenschutzhund der mit Brutalität und Gewalt zu etwas gebracht wird, kann zur Gefahr werden! Darüber hinaus darf ein Herdenschutzhund auf keinen Fall eine klassische Schutzhundeausbildung bekommen. Der natürliche und auch ohne Ausbildung vorhandene Schutztrieb würde durch diese Ausbildung über die Maßen verstärkt und womöglich unkontrollierbar gemacht!

Ähnlich verhält es sich bei der völlig überholten Unterordnung mit Stachelhalsbändern, Teletak, etc.. Jeder Hund muß ein Vertrauensverhältnis zu seinem Halter aufbauen können, mit Gewalt und Brutalität ist das ausgeschlossen! 

Vielmehr wird die geduldige, konsequente, persönliche Autorität  des Halters dem Hund seinen Platz im Rudel zuweisen.

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